„Silverlit“- Hubschrauber
Geschrieben von Klaus am 25. Januar 2010 | Abgelegt unter Meine Erfahrungen, Vorstellung RC Modelle
Neulich kam mich mein guter Freund Rüdiger besuchen und brachte einen Hubschrauber der Firma “Silverlit” mit: ein gar winziger Geselle, der auf meiner Handfläche Platz findet. “Ei, ist der süß! Darf der denn schon fliegen?” waren meine ersten Gedanken. Rüdiger versicherte mir , dass der Kleine sogar in der Guten Stube oder im Werkraum geflogen werden kann. Er sei so klein und leicht, dass im Falle eines Falles weder der Hubschrauber Schaden nehmen würde noch er etwas kaputt machen täte. Nun, dann können wir es ja wagen!
Kleiner robuster Geselle
Rüdiger hatte schon daheim geübt und somit flog er tatsächlich seine Runden in der Werkstatt. Ein wenig Schweben über der Werkbank, einen kleinen Rundflug durch den Keller und dann eine mehr oder wenige geglückte Landung auf dem Boden. Recht hat er der Rüdiger: wenn der Helikopter aus Versehen gegen ein Hindernis fliegt, so rüttelt und schüttelt er sich nur, aber er tut sich nicht weh. Noch nicht einmal Kratzer hinterlässt er am Möbel. Einfach den Hubschrauber aufnehmen und neu starten.
Recht ärgerlich wurde ich aber dann doch, als Rüdiger in seinem Übermut den „Silverlit“ über meiner „Yak“ herflog, die gerade auf der Werkbank stand. Schwupp, schon war´s geschehen und er kollidierte mit dem Flügel der „Yak“ und gleichwohl der Hubschrauber nicht kaputt ging, hinterließ er doch einen recht hässlichen Riss in der Bespannung der „Yak“. Das tat nicht Not, Rüdiger! Übermut tut selten gut.
Macht Spass aber nichts für den geeübten Modellbauer
Ja, meine Freunde, was soll ich sagen. Nett. Klein und winzig und fliegt doch. Aber für meinen Geschmack ist das wahrlich zu dicht am Kinderspielzeug. Natürlich spielen wir Modellbauer irgendwie alle mit unseren Modellen. Jedoch ist das doch etwas anderes als ein reines Kinderspielzeug. Die Infrarot-Fernsteuerung funktioniert zwar, hat aber doch deutliche Grenzen. Und die Steuerung erfolgt nur über links-rechts und hoch-runter und erleichtert somit meiner Meinung nach überhaupt nicht den Einstieg in die “richtige” Hubschrauberfliegerei mit Nick-, Pitch-, Roll- und Hecksteuerung. Gibt man beim Silverlit etwas “Heckrotor” in die eine Richtung, dann nimmt er etwas Vorwärtsgeschwindigkeit auf, steuert man das Heck in die andere Richtung, dann bremst er. Dazu muss dann noch mit der Höhe agiert werden. Das funktioniert zwar recht gut, aber mit dem Steuern eines richtigen Hubschraubers hat das wenig Ähnlichkeit.
Nein, ihr merkt es, mein Geschmack ist das nicht. Er ist ein reines Spielzeug und für uns Modellflieger nur ein wie – man so schön sagt – “Gag”, aber leider auch nicht mehr. Solch ein Winzling kostet zwar nicht die Welt, aber auch das wenige Geld will erst einmal redlich verdient werden. Ich kaufe mir dafür lieber Zubehör für meine anderen Flugzeuge oder noch viel besser: ich spende es für einen guten Zweck, z.B. für Haiti!
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