Elegant und nobel, so kennen wir sie, die Doppeldcker. Jedoch auch als echte Draufgänger, als Meister der Kapriolen am Firmament. Und solch ein rechter Spitzbube ist auch die “Pitts S12″. Die “Pitts Spezial”, die kennt ein jeder, der sich etwas mit der Fliegerei beschäftigt. Allerdings die modernere “Pitts S12″, die ist uns nicht gar so vertraut. Mir behagt sie lieber als ihre ältere Schwester, indes sie einen starken und runden Motor, nämlich einen 400PS kräftigen Sternmotor hat. Oder wie es einmal vernahm: “ein richtiges Flugzeug hat zwei Flügel und einen runden Motor!” Recht so!

Baukasten mit allen fertig geschäumten Teilen

So nett anzuschauen ein Doppeldecker auch ist, so ramdösig kann man über den Bau dieser Spezies werden, alldieweil nicht nur ein Flügel, sondern gleich deren zwei zu bauen sind. Wie schön sind die Errungenschaften der heutigen Zeit, wenn man sie mit Bedacht zu nutzen weiß! Nunmehr kommt von Robbe ein Baukasten der “Pitts S12″ daher, der alle fertig geschäumten Teile enthält, die man benötig, um diesen drallen Doppeldecker in eiliger Schnelle auf die Räder zu stellen. Nur um RC und Antrieb müssen wir uns noch bemühen.

robbe-pitts-s12-002Vornehmlich die EWD (die “Einstellwinkeldifferenz”, sprich die Stellung der Flügel und des Höhenleitwerkes zueinander) haben die Konstrukteure den Schaumteilen schon mit in die Wiege bzw. In die Formen gelegt. Da bleibt uns Modellflieger gottlob wenig falsch zu machen. Neben dem Einbau von Fernsteuerung und Antrieb – ich habe hier den Robbe-Konstrukteuren mein ehrliches Vertrauen entgegengebracht und die von ihnen empfohlenen Gerätschaften zum Einsatz gebracht, was eine vorzügliche Entscheidung war – ist die zeitverschlingenste Obliegenheit das Aufbringen der Abziehbilder. Die machen unsere Flugmaschine nicht nur hübsch und ansehnlich, nein sie machen sie auch haltbarer, also bitte tunlichst nicht darauf verzichten.

Nützliche Details

Überdies hat die “Pitts” von ihren Machen gar vielfältige entzückende Details spendiert bekommen. Zum Beispiel ein Spornrad, welches vom Seitenruder mitgenommen wird und sogar auf meiner stoppeligen Flugwiese für ein redliches Steuerverhalten auf dem Boden beiträgt. Wenig Zeit ging ins Land und der neckische Doppeldecker war fertig gebastelt.

Starker Motor und kunstflugtauglich

Ei, der Motor, ein Außenläufer mit 1100U/v, der pustet redlich und sorgt für reichlich Wind um die “Pitts” herum. Kaum ein paar Meter bringt die Maschine hinter sich, dann schießt sie förmlich in den Himmel hinein. Hoppala, der Raubauke ist aber flink unterwegs, der Gute! Nun, das erscheint auch richtig so: kurzer Rumpf und kurze Flügel sind das Rezept für großartige Wendigkeit! Gleich einer nervösen Hummel kann man die Pitts bewegen, auf dass ich richtig Muffensausen bekomme. Im nächsten Augenblick dagegen brav und fast langweilig zieht sie ihre Kreise oder zeichnet Kunstflugfiguren der exakte Art an den Himmel.

Saubere Landung gefällig

Gerissene oder gestossene Rollen sind wahrlich genetisch begründet bei der “Pitts”. Sie wirbelt um sich herum, dass es eine wahre Freude ist. Nur Obacht, dass man das Wirbeln auch zeitig genug beendet, nicht dass wir unser Flugzeug in den Boden wirbeln! Zur Sonne, zum Licht, da geht es mit der von mir eingebauten Schubabteilung gerne senkrecht, ich lechze gewisslich nicht nach mehr Leistung in der “Pitts”. Ein gar großes Lob an Robbe wegen des Fahrwerks! Wo andere Maschinen der gleichen Größe jede Landung vornehm mit einer Verbeugung beenden (Kopfstand) oder sich sogar überschlagen, da ist die Robbe “Pitts” lieblich, wohlerzogen und adrett. Sie rollt (meistens) sauber geradeaus bis zum Stillstand und lässt sich hernach von mir auch im hohen Gras zurück zu ihrem Herrchen dirigieren.

Wer also auch einmal einen knuffeligen Doppeldecker mit hohem Unterhaltungswert und geringem Investaufwand sein Eigen nennen möchte, dem kann ich die “Pitts” von Robbe nur ans Herz legen. Aber Obacht! Für den Anfänger ist die Maschine wahrlich nicht geeignet, der Piloteur muss sich schon redlich auf sein Handwerk verstehen.

6 Kommentare zu “Robbe Pitts S12 EPP 850mm – Doppeldecker”

  1. am 5. September 2009 um 19:19 1.Andreas schrieb …

    Hallo,

    ich habe mir auch die Pitts von robbe gekauft. Du hast Recht: fliegt toll, die Kiste! Was für einen Akku fliegst du und was für Flugzeiten ereichst du? Hast du den Seitenruderausschlag modifiziert? Mir erscheint er etwas zu gering….Im Messerflug fehlt manchmal etwas Wirkung.

    VG

    Andreas

  2. am 6. September 2009 um 11:56 2.Klaus schrieb …

    Bester Andreas,

    mit meiner Pitts fliege ich so 6 bis 10 Minuten je Akku. Je nach Flugstil und Temperatur des Akkus, im Winter weniger, im Sommer mehr.

    Nun, für meine Ansprüche an den Messerflug genügt der Seitenruderausschlag. Wenn du aber – wie ich vermute – solche Kapriolen wie einen Messerfluglooping oder 3D-Manöver machen möchtest, gebe ich dir Recht. Es könnte gerne mehr sein! Daher mein Tipp: Tu´ dir keinen Zwang an und vergrößere den Ausschlag. Und berichte mir bitte über das Resultat deiner Umbauarbeit, auf das auch ich davon profitiere!

    Viele Grüße

    Klaus

  3. am 8. Juni 2010 um 06:50 3.Patrick schrieb …

    Hallo Klaus,

    Wie hast du das mit dem angelenkten Spornrad hinbekommen? Mit den zwei Gummis im Baukasten klappt es wohl kaum.

    Danke und Gruss aus der Schweiz

    Patrick

  4. am 10. Juni 2010 um 08:23 4.Klaus schrieb …

    Grüß Dich Patrick,

    doch, in der Tat, mit dem Gummiring lässt sich das Spornrad ganz prima bewegen! Durch den Gummi wird dem Spornrad zwar nur „vorgeschlagen“, sich in die entsprechende Richtung zu bewegen, aber die Schläge, die beim Rollen auf das Spornrad wirken, werden vom Seitenruder und damit vom Servo ferngehalten. Stell dir vor, wie die Kleine beim Rollen auf der Wiese hoppelt. Da wird andauernd das Spornrad gelupft und kann sofort in die gewünschte Richtung ausschlagen.

    Das klingt erst sehr spielbehaftet und einmal gar gut und,ist es aber nicht! Meine Pitts lässt sich auf Wiese oder Asphalt ganz präzise lenken! Nach getaner Arbeit (eine Runde Kunstflug) lässt sie sich elegant in die Box zurück rollen. Probier es und du wirst nicht enttäuscht werden.

    Viele Grüße in die Schweiz von

    Klaus

  5. am 8. März 2011 um 01:07 5.archy62 schrieb …

    Moinsen Klaus,
    halb aufgebaut steht sie auf meinem Schrank !
    Den vielen Beschreibungen nach ist der Motor völlig ok !
    Ich hab noch einen HeLen AL Motor mit 500 Watt und 1400 Umdrehungen liegen !(109 Gramm)
    Doch ich denke,der ist gar nicht nötig !
    Mir ist wichtiger zu wissen,wie ich die Decals haltbar mache !
    Würde es etwas nützen,die Klebestellen mit Multiplex Elapor-Primer zu reinigen und anzuweichen ?
    Ansonsten würde ich die Fön- und Lappenaufrieb-Methode anwenden !!!
    LG,Achim

  6. am 8. März 2011 um 14:00 6.Klaus schrieb …

    Hallo lieber Modellbaufreund Achim,

    also die Motorisierung der Pitts reicht für meine Belange vollkommen aus, und das ist
    nicht nur meine unmaßgebliche Meinung, sondern auch die des guten Freundes Rüdiger. Selbst er, der
    ja so gerne mehr als gut motorisierte Maschinen fliegt (und fährt), ist mit der gebotenen Leistung sehr zufrieden. Von daher mein gut gemeinter Rat: lass es erst einmal bei dem Motor bewenden. Später kannst du ja immer noch „aufrüsten“, falls dir der Sinn danach steht.

    Ja, die Aufkleber… Ich muss dir gestehen, ich bin recht ungeschickt, was das saubere Aufbringen von Aufklebern angeht, Asche auf mein Haupt. Aber ich denke, Grundierung muss nicht sein. Der von dir genannte Primer ist ja eher für Lackierungen gedacht, damit die Farbe auf dem Elapor besser haftet. Für Aufkleber ist sie nicht nötig. Daher greife Wasser und Spülmittel! Benetzte die Oberfläche reichlich mit Wasser, in das du etwas Spülmittel getan hast. Dann bringst du die Aufkleber auf dieses „Prilwasser“ auf. Du wirst sehen, dass du die Aufkleber schön glatt streichen und noch etwas verschieben kannst. Dann mit einem weichen Lappen die Luftblasen zum Rand der Aufkleber hin verstreichen und nach ein paar Stunden Trockenzeit glänzt dein Schmuckstück mit faltenfreien Verzierungen!

    Ich selbst bin da zwar nicht so geschickt, aber ich habe schon gesehen, dass Rüdiger das so macht und es es ganz toll aussieht.

    Viel Erfolg

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