Erfahrungsbericht „FlycamOne 3“

Geschrieben von Klaus am 25. Dezember 2009 | Abgelegt unter Meine Erfahrungen, Test & Tipps

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich dieses kleine Wunderding mein Eigen nenne. Hier und jetzt möchte ich etwas von meinen Erfahrungen mit diesem Gerät berichten.


Montage der Kamera am Modell

Zunächst stellte sich mir die Frage der Befestigung: wie montiere ich denn die Kamera sicher am Flugzeug so, dass sie einerseits fest sitzt, dass wir sie nicht verlieren, und andererseits leicht abgenommen werden kann, um auf einem anderen Modell zum Einsatz zu kommen? Beigefügt zur Kamera ist ein Streifen Klettband. Ach herrje, das erschien mir dann doch zu windig, es wäre ja schade, wenn die Kamera im Flug verloren geht. Bis heute habe ich noch keine endgültige Lösung gefunden, so behelfe ich mir mit Klebeband, Gummiringen, Klettschlaufen und Improvisationstalent. Das alles hat aber auch den großen Vorteil, die Position der Kamera am Flugmodell geschwind ändern zu können.


Tolle Aufnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln

Unterschiedliche Aufnahmewinkel bringen nämlich richtig Spannung in die Aufnahmen! Mal der Blick nach vorne, mal vom Randbogen über den Flügel, mal nach hinten übers Leitwerk. Und jeweils noch mit rasanten Schwenks des Kamerakopfes per Fernsteuerung gewürzt, kommt bestimmt keine Langeweile beim Ansehen der Filme auf. Mir gefällt besonders der Blick vom Randbogen über die Flügel. Bei meinem ersten Versuchsträger, der “robbe ASW15″, kommen teilweise spektakuläre Aufnahmen auf den Bildschirm. Die Flügel wippen leicht auf und ab, man erkennt die Querruderkorrekturen des Piloten beim Thermikkreisen und sieht die Landschaft so um das Modell wirbeln, dass es einem fast übel wird. Und ab und an kommt gar wenn wir viel Glück unser Freund, der Bussard mit ins Bild, weil er ja mit uns in der Thermik kreist.


Guter Halt, sonst wirds krumm und schief

Mit Elektroseglern gab und gibt es also keine Probleme, sondern nur schöne Flugaufnahmen. Dann wollte ich es aber wissen und schnallte die FlycamOne3 auf den „Lucky Stick 40“: wollen wir doch mal sehen, wie ein Looping oder eine Rolle oder – ganz schlimm – eine meiner Landungen aus Pilotensicht erscheinen mag. Flugs war die FlycamOne3 festgeschnallt und los ging es. Doch was war das: die Aufnahmen waren verschwommen, alles war krumm und schief und nichts zu erkennen, kurz es war unbrauchbar.

Hmm, das waren wohl die Vibrationen des Motors, mit denen die Kamera nicht zurecht kommt. Beim nächsten Versuch legte ich etwas Moosgummi unter die Kamera, was schon etwas half, aber die Filme immer noch nicht perfekt machte. Nun, viel hilft viel: mit ordentlich Schaumstoff zwischen Kamera und Modell gibt es dann feine Filmaufnahmen. Allerdings muss man sich den goldenen Mittelweg zwischen sicherer Befestigung und Schaumstoffmenge erarbeiten: zuviel Schaumstoff behindert die sichere Befestigung am Modell, zuwenig dagegen die wackelfreie Aufnahmen.

Recht interessante Effekt ergeben sich, wenn die Kamera durch den laufenden Propeller lugt. Das schaut aus, als hätte der Propeller sich in Streifen aufgelöst. Das liegt wohl an der Art des Verschlusses, mit dem die Kamera arbeitet, und wie sie die Bilder zeilenweise aufbaut. Blick durch den Propeller ist also leider nicht möglich mit der FlycamOne3.


Aufnahmen direkt anschauen

Toll dagegen ist die Möglichkeit, dass man die Filmchen direkt auf dem mitgelieferten Bildschirm betrachten und bewerten kann. Die alte FlycamOne2 hatte das nämlich nicht und man brauchte einen Computer, um die Speicherkarte auszulesen das Resultat der Bemühungen anzusehen. Wenn man aber wie ich keinen Laptop hat, dann stand man auf dem Flugplatz und war so schlau als wie zuvor. Nunmehr kann ich direkt kontrollieren und die Aufnahme verwerfen, wenn sie dann nicht gut genug geworden ist.

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