Gleichwohl viele russische Kunstflugzeuge die Eleganz und den Charme eines Vorschlaghammers versprühen – immer treu dem Motto: “Viel hilft viel”. Vierschrötig und stämmig kommen sie daher und sind bärenstarke Gefährten für allerlei Kapriolen am Himmel. Die Großmodelle dieses Genres, ja die täten mir auch gefallen. Allein der Preis, der ist mir zu hoch. Jedoch gibt es auch kleinere Modell dieser russischen Damen, die meinem Geldbeutel nicht so arg weh tun und die dennoch dem Flugspaß keinen Abbruch tun. Ein Paradebeispiel ist die YAK 54 40 von Etter, R.E.M. Diese rundliche Dame hat eine Spannweite von guten eineinhalb Metern und lässt sich  aufgrund ihres geringen Gewichtes mit Elektromotoren aber auch mit Glühzündern ausstaffieren. Da könnte doch mein zuverlässiger OS40 wieder einmal zeigen, was so an Stärke und Kraft in ihm steckt! Lange genug ruhte er sauber geputzt und ordentlich konserviert im Schrank.

yak-54-bmLeicht, fest und bunt bespannt

Daheim abgeliefert wurde einige Tage nach meiner Order ein akkurat gebautes Flugmodell. Leicht, fest und bunt bespannt: das macht Freude! Prächtig, was fleißige Asiatenhände da so fabrizieren können. Gleichwohl mir das mit den Sachen, die aus China geliefert werden, nicht recht geheuer ist. Ich habe die ganze Globalisierung nicht richtig verstanden. Wenn alle immer weiter nach Osten ausweiche, weil es in dieser Himmelsrcihtung billiger sei, dann sind sie doch irgendwann wieder hier in Europa, oder nicht? Wie gut, dass ich mir mit meinem Beruf keine Sorgen machen muss. Aber wehe um die armen Leute, die plötzlich auf der Strasse stehen, weil ihre Arbeit nun in Fernost gemacht wird.

So war dann auch der Motor samt Tank eingebaut und eingerichtet. Was bleibt uns Modellbauern denn heute noch mehr zu tun als die Komponenten and der richtigen Stelle ordentlich zu befestigen? Der Schwerpunkt sitzt am rechten Fleck und die Ruderausschläge sind dank meiner neuen Futaba Fernsteuerung in Windeseile richtig justiert. Nun wohlan, hinaus auf meine schöne Flugwiese und versuchen, den Motor wieder zum Leben zu erwecken. Das war nämlich die Frage jene welche: wird er nach seiner langen Ruhephase wieder willig seinen Dienst aufnehmen und die Russendame redlich in die Luft befördern?

Ach herrje, warum denn diese Sorgen? Als ob er nur darauf gewartet hätte, sprang der gute treue Motor auf einen der den ersten Schwünge am Propeller an.  Schon beim senkrechten Hochhalten wegen der Motorjustierung fällt mir auf, dass die Yak gen Himmel entschwinden möchte, wenn ich sie nicht festhalte. Nun, die Motorisierung scheint dann ordentlich und mehr als angemessen zu sein. Flugs wieder zurück auf ihre hohen Beine gestellt und die Motordrossel weit geöffnet: da macht der Tausendsassa aber eine Satz nach vorne und springt förmlich in die Lüfte! Heiliger Bimbam, die Zicke ist aber tüchtig mit Schub ausgestattet und obendrein noch ungemein wendig auf allen Rudern.


Kunstflugeigenschaften mit kleinen Abstrichen

Nach nunmehr einigen Litern Sprit, die durch den Vergaser gelaufen sind, erlaube ich mir ein vorläufiges Fazit zu verfassen: exakter Kunstflug in F3A-Manier ist sicherlich nicht die große Tugend der kleinen Russin. Aber Temperament, das hat sie wahrlich! Für allerlei Faxen und Sperenzchen in den Lüften ist sie immer zu haben. Mit dem von mir verbauten Motor ohnehin. Ungemein Spaß machen alle gerissenen Figuren, da wirbelt die Yak umher, dass es eine wahre Freude ist. Messerflug geht sehr gut, aber verlangt nach helfender Hand an Quer- und Höhenruder. Da werde ich wohl die tollen Möglichkeiten meiner Futaba-Anlage nutzen und mir einige Mischer setzen. Das zaubert dann fast ein gerade fliegendes Kunstflugmodell aus der Yak. Und ich nehme an Torquen – senkrechtes Schweben wie ein Hubschrauber, nur von der Kraft des Motors am Propeller gehalten – ginge, wenn ich es denn könnte. Die Motorleistung erscheint mir dafür aber angemessen. Alles in allem ist die Yak eine feine dralle Kunsflugdame, die ich immer wieder gerne fliege.

2 Kommentare zu “Etter R.E.M. YAK 54 40 – RC Flugzeug für den Kunstflug”

  1. am 15. November 2012 um 18:57 1.Felix schrieb …

    Lieber Klaus,

    Bitte stell doch mal Videos von der Yak auf deinen Youtube-Kannal 😉

  2. am 21. November 2012 um 12:03 2.Klaus schrieb …

    Lieber Felix,

    ach, die Yak… Die ist im Moment fluguntauglich und wird es wohl noch etwas länger bleiben. Da gibt es vieles zu reparieren, denn ich war beim vorerst letzten Flug nicht sorgsam genug, erinnere mich bitte nicht daran…

    Doch irgendwann wird sie sich wieder in die Lüfte aufschwingen. Leider kann ich Dir nur nicht sagen wann.

    Viele Grüße

    Klaus

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