Gott zum Gruße liebe Modellflugfreunde!

Widmen wir uns doch nach Rüdigers Eskapade und seinen Zerstörungen wieder dem ernsthaften RC Modellbau.
Geht es euch genau wie mir, dass ihr das Frühling, den Sonnenschein, die steigenden Temperaturen und letztlich das Flugwetter gar nicht mehr erwarten könnt?

Doch Gemach ihr Lieben, immer langsam mit den jungen Pferden. Denn solch ein Flugzeug bedarf auch einiger Wartung. Einfach so das Modell aus dem Regal nehmen und hoppla-hopp hinaus auf die Flugwiese kann unter Umständen zum Unfall führen und das wollen wir doch nicht.

Vielmehr sollten wir nach der ach so langen Winterpause unser Gerät tunlichst untersuchen und auf Vordermann bringen. Doch was ist denn alles zu tun in den letzten kalten Tagen? Ich habe für euch eine kleine Liste erstellt, die aber sicher keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, denn unfehlbar bin ich gewiss nicht. Fangen wir also an mit dem…


Sender:

  • Akku zwei-, dreimal entladen und aufladen. Damit kommt der Gute wieder „auf Trab“, weil das monatelange Herumliegen ihm nicht gut tut. Moderne Computerladegeräte machen das für uns ganz automatisch. Ich für meinen Teil bin vor einem müden Senderakku gefeit, weil ich ihn auch im Winter regelmäßig nutze, nämlich am PC mit dem Simulator!
  • Stichwort PC und Simulator: manche Simulatoren müssen mit dem Sender im Modus „Schulung“ betrieben werden. Der muss natürlich tunlichst ausgeschaltet werden, bevor es auf die Wiese geht!
  • Bitte überprüft peinlichst genau, ob alle Modelspeicher noch richtig funktionieren! Ich hatte es tatsächlich einmal erlebt, dass der Sender (ein alter, sehr alter Sender war das…) seinen Speicher verlor nachdem er etwas gelegen hatte, das war doch sehr ärgerlich.
  • Öffnet einmal den Sender (meist kann die Rückplatte einfach abgenommen werden) und schaut wachen Auges hinein: noch alle Kabel da wo sie hingehören? Kein Grünspan? Sind die Akkus nicht ausgelaufen (das kann schon passieren!)? Nichts locker? Ein klein Sichtkontrolle genügt hier vollauf.


Weiter mit den Akkus

  • Lipos sollten halbvoll in den Winterschlaf geschickt werden, das danken sie mit langem Leben.
  • Auch die Lipos sollten vor dem ersten Gebrauch ein, zwei Lade- und Entladezyklen am Ladegerät durchgemacht haben.
  • Gleiches gilt für die herkömmlichen Nickelakkus (NiCd oder NiMH), wenn ihr solche noch habt. Ganz sicher habt ihr die als Empfängerakkus: hier auch ein paar Mal mit dem Ladegerät erwecken. Nichts ist tödlicher für ein Flugmodell als ein leerer Empfängerakku!


Nun zu den Motoren

  • Verbrennermotoren sollten mit den modernen Synthetikkraftstoffen keine Maleste machen. Bei Rizinussprit (oder schlechten Synthetikölen) müssen die Kerlchen vor dem Winter mit Konservierungsöl eingemottet werden. Zum Frühjahr – kurz vor dem Einsatz – einfach mit ein paar Schlückchen Sprit  wieder von Hand durchdrehen.
  • Schraubt die Glühkerzen hinaus und kontrolliert, ob sie noch gut leuchten wenn sie am Glühakku hängen. Oder macht es gleich richtig und schraubt einfach neue hinein. Der Motor wird es euch mit gutem Laufverhalten danken!
  • Elektromotoren sollten einfach auf Leichtgängigkeit geprüft werden, es kann ja sein, dass ein Lager oder irgendetwas anders über den Winter nicht mehr so will wie wir wollen dass es will. Ein paar Spitzer von z.B. MOS2 aus der Spraydose wirken oft Wunder.
  • Bei allen Motoren unbedingt den Propeller auf festen Sitz überprüfen! Das Material kann sich wegen der Temperaturschwankungen schon mal setzen und somit sich der Propeller lockern. Das kann ganz böse Folgen haben, wenn die Luftschraube sich drehenderweise selbstständig macht. Also hier alle Befestigungsschrauben nachziehen!


Und natürlich die Modelle:

  • Verzug: schaut nach, ob sich vielleicht etwas verzogen hat über den Winter. Ein scharfer Blick entlang Nasen- und Endleiste zeigt sofort jeden Ansatz von „Wellaform“. Solche Wellenformen können ganz unangenehme Flugeigenschaften zur Folge haben. Sie entstehen z.B. durch Feuchtigkeit im Lagerraum oder durch sich im Winter ändernde Temperaturen.
  • Schrauben: kontrolliert alle, wirklich alle Schrauben, ob sie noch fest sind. Gerne lockern manche sich, wenn das Modell lange liegt. Ob sie ein Eigenleben haben? Besonders wichtig sind z.B. Servoschrauben oder Motorbefestigungsschrauben.
  • Anlenkungen: wackelt an allen Rudern, Ruderscharnieren und Gestängen. Ist alles fest? Sitzen die Schrauben, die das Ruderkreuz am Servo halten noch alle an Ort und Stelle und sind fest? Hier habe ich tatsächlich einmal erlebt, dass sich im Laufe der Zeit eine Schraube hinausvibriert hatte.
  • Folie: sind keine Blasen oder Falten in der Folienbespannung? Auch hier können Feuchtigkeit und Temperatur ihr böses Spiel mit uns treiben. Falten und Blasen lassen sich prima entweder mit dem Bügeleisen (oder Folieneisen) oder dem Haarfön entfernen. Doch Vorsicht: hier keinen Verzug einfönen!
  • Räder: wenn ihr eure Modelle auf den Rädern stehend lagert, kann es sein, das sich über den Winter Standplatten bilden. Da hilft nur eins: neue Räder. Und im nächsten Winter einfach die Räder ab und zu mal bewegen, dass sie nicht Monate auf der gleichen Stelle ruhen.

Die Liste kann natürlich je nach Modell länger oder kürzer werden, wichtig ist nur, dass ihr mit Obacht und Verstand aber ohne Ungeduld an den Start der Flugsaison geht.

Habt Erfolg bei eurem ersten Flug im Frühling!

Klaus



3 Kommentare zu “Frühlingszeit ist Modellbauzeit”

  1. am 5. April 2011 um 16:27 1.Wildbach schrieb …

    Mehr Kapriolen Rüdiger.

  2. am 20. November 2012 um 21:42 2.Emil Winderlich schrieb …

    Hi Klaus,
    wenn das Modell nach dem Winter Wellen aufzeigt wie
    kann man den Schaden dann beheben?????Oder ist das
    Flugzeug dann hin????????????

    Viele Grüße

    Emil

  3. am 23. November 2012 um 11:47 3.Klaus schrieb …

    Hallo Emil mein Freund,

    wenn die “Wellen” – wir sagen dazu Verzüge – nicht zu stark sind, kann man sie recht einfach entfernen: Spanne die Bauteile wie zum Beispiel den Flügel so ein, dass er etwas stärker in die entgegengesetzte Richtung verbogen wird. Wenn dein Flieger also einen Verzug in Richtung “Querruder links” hat, dann überdrehst du den Flügel leicht auf “Querruder rechts”.

    Dadurch werden sich Falten in der Bespannung bilden. Die entfernst du dann mit dem Föhn oder dem Bügeleisen, so wie man halt Flügel bespannt. Wenn du dann den Flügel aus seiner Überdehnung entlässt, wird der Verzug weg oder deutlich geringer sein. Das muss dann mehrmals wiederholen, bis alles wieder gerade ist. In der Regel sollte das genug sein.

    Viele Grüße

    Klaus

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