Mein treues Mofa – Hercules Prima 4m
Geschrieben von Klaus am 26. Februar 2009 | Abgelegt unter Allgemein
Zum Autofahren habe ich ein recht zwiespältiges Verhältnis: ich würde es ja doch so gerne, schaffe es aber nicht, die Führerscheinprüfung erfolgreich abzulegen, warum auch immer. Der Geist ist willig, nur das Fleisch ist schwach.
Also mache ich doch aus der Not eine Tugend und fahre mein Mofa. Für die Strecken, die ich untertags zurücklegen muss, brauche ich tatsächlich kein Auto. Zur Arbeit, zur Tante, zum Einkaufen, all diese Fahrten kann ich mit dem Mofa oder gar mit dem Fahrrad erreichen. Und wenn wir einmal weiter in die Ferne schweifen wollen, habe ich ja immer noch meine Mutter und unseren VW Santana.
Obendrein ist das Mofa-Fahren auch ökologisch richtiger als ein Auto zu benutzen! An den CO2 Ausstoss meines Mofas kommt kein Auto der Welt heran und an den Benzinverbrauch schon gar nicht. Was aber das Öl im 2-Taktgemisch mit der Umwelt anstellt, das entzieht sich meiner Kenntnis. Besser wäre natürlich ein 4-Takt-Mofa, aber ich glaube, das gibt es gar nicht. Wenn ich so recht überlege, dann sollte ein jeder Autofahrer doch einmal überlegen, ob solch ein kleines Gefährt für ihn nicht auch in den allermeisten Fällen ausreichend wäre.
In die Jahre gekommen, aber so gut wie nie im Stich gelassen:-)
Mein treues Mofas ist eine Hercules, schon einige Jährchen hat sie mich er- und getragen und so gut wie nie im Stich gelassen. Nur wenn es gar zu kalt wird, dann macht sie in der letzter Zeit ihre Sperenzchen und will nicht recht anspringen, um ihrer Tätigkeit nachzugehen. Ich habe (noch) nicht herausfinden können, was denn die Ursache dafür sein mag. Ich hege den Verdacht, dass Feuchtigkeit den zündenden Funken behindert. Wenn sie läuft, dann macht sie ihrem Namen alle Ehre und ist ein wahrer Herkules. Stark wie der Recke aus der griechischen Sagenwelt erfüllt sie die ihr auferlegten Aufgaben. Und außer etwas Benzin, 2-Takt Öl und Liebe braucht sie dafür gar nichts.
Mit selbstgebautem Anhänger
Um meine Modelle zur Flugwiese oder zum See zu schaffen, habe ich für mich und mein Mofa einen Anhänger gebaut. Das einzige Teil, das ich dafür im Laden erworben habe, war die Anhängerkupplung. Der ganze Rest stammt vom Schrottplatz. Ich denke, der Stahl des Rahmens war früher einmal ein Zauntor. Die Stahlrohre vom Schrott habe ich in der Garage – nachdem unser treuer Santana herausrangiert war – solange zugeschnitten, ausgerichtet und arrangiert bis ich zufrieden mit der Größe und der Beschaffenheit war. Dann mit den Teilstücken und einer Skizze flugs zum örtlichen Schlosser, der mir dann die Einzelteile fein zusammen geschweißt hat. Wie dieser Mann mit dem Schweißgerät umgehen kann: er ist ein wahrer Künstler. Und was wollte der Gute als Entlohnung haben: nichts! Nein, so geht das nicht, meine Freunde! Also führte mich tags drauf mein Weg wieder in seine Werkstatt, nun aber mit einem leckeren frischen Kuchen, den meine Mutter für ihn gebacken hatte. Da war die Freude aber groß! Es tröstet doch in unserer Welt, dass es solche redlichen und lieben Menschen gibt, die sich darüber freuen anderen helfen zu können.
Die Holzbretter für den Boden und die Seitenteile des Anhängers hatte ich noch in der Garage, sie stammen von einem alten Regal. Wie gut, dass ich von meinem Vater gelernt habe, Sachen nicht so einfach wegzuwerfen. Man weiß nie, wofür man sie denn noch später gebrauchen kann.
Robust ist er geworden, mein Anhänger, und ein wahres Raumwunder. Platz genug für ein oder zwei Modelle, Werkzeug, Sender, Sprit, Ladegrät, Akku. Halt für alles, was wir so für einen behaglichen Tag am See oder auf der Flugwiese benötigen. Nicht zu vergessen etwas für das leibliche Wohl: reichlich zu Trinken und ein paar von den leckeren Broten als Wegzehrung.
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