Zum Autofahren habe ich ein recht zwiespältiges Verhältnis: ich würde es ja doch so gerne, schaffe es aber nicht, die Führerscheinprüfung erfolgreich abzulegen, warum auch immer. Der Geist ist willig, nur das Fleisch ist schwach.
Also mache ich doch aus der Not eine Tugend und fahre mein Mofa. Für die Strecken, die ich untertags zurücklegen muss, brauche ich tatsächlich kein Auto. Zur Arbeit, zur Tante, zum Einkaufen, all diese Fahrten kann ich mit dem Mofa oder gar mit dem Fahrrad erreichen. Und wenn wir einmal weiter in die Ferne schweifen wollen, habe ich ja immer noch meine Mutter und unseren VW Santana.

Obendrein ist das Mofa-Fahren auch ökologisch richtiger als ein Auto zu benutzen! An den CO2 Ausstoss meines Mofas kommt kein Auto der Welt heran und an den Benzinverbrauch schon gar nicht. Was aber das Öl im 2-Taktgemisch mit der Umwelt anstellt, das entzieht sich meiner Kenntnis. Besser wäre natürlich ein 4-Takt-Mofa, aber ich glaube, das gibt es gar nicht. Wenn ich so recht überlege, dann sollte ein jeder Autofahrer doch einmal überlegen, ob solch ein kleines Gefährt für ihn nicht auch in den allermeisten Fällen ausreichend wäre.


In die Jahre gekommen, aber so gut wie nie im Stich gelassen:-)

Mein treues Mofas ist eine Hercules, schon einige Jährchen hat sie mich er- und getragen und so gut wie nie im Stich gelassen. Nur wenn es gar zu kalt wird, dann macht sie in der letzter Zeit ihre Sperenzchen und will nicht recht anspringen, um ihrer Tätigkeit nachzugehen. Ich habe (noch) nicht herausfinden können, was denn die Ursache dafür sein mag. Ich hege den Verdacht, dass Feuchtigkeit den zündenden Funken behindert. Wenn sie läuft, dann macht sie ihrem Namen alle Ehre und ist ein wahrer Herkules. Stark wie der Recke aus der griechischen Sagenwelt erfüllt sie die ihr auferlegten Aufgaben. Und außer etwas Benzin, 2-Takt Öl und Liebe braucht sie dafür gar nichts.


Mit selbstgebautem Anhänger

Um meine Modelle zur Flugwiese oder zum See zu schaffen, habe ich für mich und mein Mofa einen Anhänger gebaut. Das einzige Teil, das ich dafür im Laden erworben habe, war die Anhängerkupplung. Der ganze Rest stammt vom Schrottplatz. Ich denke, der Stahl des Rahmens war früher einmal ein Zauntor. Die Stahlrohre vom Schrott habe ich in der Garage – nachdem unser treuer Santana herausrangiert war – solange zugeschnitten, ausgerichtet und arrangiert bis ich zufrieden mit der Größe und der Beschaffenheit war. Dann mit den Teilstücken und einer Skizze flugs zum örtlichen Schlosser, der mir dann die Einzelteile fein zusammen geschweißt hat. Wie dieser Mann mit dem Schweißgerät umgehen kann: er ist ein wahrer Künstler. Und was wollte der Gute als Entlohnung haben: nichts! Nein, so geht das nicht, meine Freunde! Also führte mich tags drauf mein Weg wieder in seine Werkstatt, nun aber mit einem leckeren frischen Kuchen, den meine Mutter für ihn gebacken hatte. Da war die Freude aber groß! Es tröstet doch in unserer Welt, dass es solche redlichen und lieben Menschen gibt, die sich darüber freuen anderen helfen zu können.

Die Holzbretter für den Boden und die Seitenteile des Anhängers hatte ich noch in der Garage, sie stammen von einem alten Regal. Wie gut, dass ich von meinem Vater gelernt habe, Sachen nicht so einfach wegzuwerfen. Man weiß nie, wofür man sie denn noch später gebrauchen kann.

Robust ist er geworden, mein Anhänger, und ein wahres Raumwunder. Platz genug für ein oder zwei Modelle, Werkzeug, Sender, Sprit, Ladegrät, Akku. Halt für alles, was wir so für einen behaglichen Tag am See oder auf der Flugwiese benötigen. Nicht zu vergessen etwas für das leibliche Wohl: reichlich zu Trinken und ein paar von den leckeren Broten als Wegzehrung.

2 Kommentare zu “Mein treues Mofa – Hercules Prima 4m”

  1. am 18. Juni 2012 um 15:07 1.Marco schrieb …

    Hallo KLaus,
    Ich bin erst vor ein paar Tagen durch Zufall auf Deinen Blog gestoßen. Es gefällt mir sehr gut, was Du hier alles schreibst.
    Zum Thema Mofa muß ich sagen, daß ich es absolut klasse finde, wie Du aus der Not eine Tugend machst. Leider ist das nicht immer möglich. Laß Dich nicht unterkriegen, bei allem was ist, und bei allem was noch kommt. Bleib so wie Du bist. Das passt schon !
    Wenn ich mir Deine ganzen Einträge so durchlese, muß ich immer mehr dran denken, mit dem zu frieden zu sein, was man hat. Das Hobby Modellbau einfach zu genießen und fliegen zu gehen….
    Na ja,…ich arbeite daran !
    Hast Du inzwischen einen neuen Anhänger gebaut, nachdem Dein alter von Rüdiger zerstört wurde ? Oder hat sich gar was anderes ergeben ?
    Eine ASW 15 von Robbe habe ich übrigens auch. :-)
    Wenn ich es finde, schicke ich Dir mal ein Bild von ihr.
    Viele Grüße von Marco ( auch an Rüdiger ) und mach bitte weiter. Würde gerne mal wieder ein Video sehen !

  2. am 22. Juni 2012 um 09:52 2.Klaus schrieb …

    Lieber Marco,
    vielen lieben Dank für deinen aufmunternden Worte. Ach, da freue ich mich aber, dass es noch mehr Menschen gibt, die nicht unbedingt und um jeden Preis immer schneller, höher, weiter wollen, sondern auch einfach nur Freude am Hobby haben. Ja, dieses „einfach Freude haben“ ist im Grunde gar nicht einfach, gell?
    Einen neuen Anhänger habe ich noch nicht, aber es eilt nicht, weil Rüdiger mich immer zum Flugfeld mitnimmt, der Gute! Ich bekomme vielleicht auch von Jelenas Bruder einen gebrauchten Quad und kann diesen dann gegen mein geliebtes Mofa austauschen.
    Über ein Bild der ASW würde ich mich natürlich herzlich freuen. Und ich soll dich auch auf diesem Wege herzlich von Rüdiger grüßen!
    Alles Gute und viele Grüße
    Klaus

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