Mutter´s Geburtstagsfeier
Geschrieben von Klaus am 25. Oktober 2009 | Abgelegt unter Logbuch
Meine liebe Mutter Hilde hat neulich ihren Ehrentag begangen: sie feierte Geburtstag! Ei, was war das eine Freude und ein schönes Fest! Auf meine vorherigen Fragen, was sie sich denn wünsche, sagte die Gute in ihrer Bescheidenheit immer “Ach mein Sohn, lass es gut sein! Wir sind doch glücklich und haben alles was wir brauchen.” Aber nein, ich wollte ihr eine feine Überraschung bereiten und das habe ich dann auch getan.
Zunächst war es dann am Tag der Tage doch schwierig, sie vom Kochen abzuhalten. “Nein Mutter, heute bleibt die Küche kalt, heute führe ich dich fein aus!” “Ach Sohn, schmeckt es dir denn auch woanders?” “Ja Mutter, das wird es ganz sicher. Lass dich überraschen!” entgegnete ich. Nach der Arbeit, kaum war ich daheim, kam auch schon Tante Ursula (wir nennen Sie aber meist Uschi) zu Besuch und brachte einen leckeren Geburtstagskuchen mit. Der schmeckte uns gar wunderbar! Nicht dass Mutter´s Kuchen nicht der beste wäre, aber Tante Uschi kann auch ganz hervorragende Backwerke zaubern.
Dann haben wir uns einmal richtig etwas gegönnt und eine kleine Flasche Sekt aufgezogen, das hat uns auch prima gemundet. Und nachdem die liebe Mutter ihre Geschenke ausgepackt hatte – ein weiterer edler Rosenstock für ihren Blumengarten und eine neue Lesebrille mit ganz famosen Gläsern- bedankte sie sich schon für die herzliche Feier und dachte, dass das schon alles gewesen sei. Doch weit gefehlt, es kam noch mehr!
Plötzlich klingelte es nämlich und Rüdiger stand vor der Tür. Aber was war das: er trug eine Art Chauffeursuniform mit Mütze und sagte getragen “Gnädige Herrschaften, der Wagen steht für sie bereit.” Was für eine Überraschung für die Mutter: sie wurde von uns nämlich als ganz feine Dame ausgeführt. So fuhren wir dann in ein edles Restaurant in der Stadt, ich hatte für diesen Abend extra einen Tisch für uns alle reserviert, auch Tante Uschi und Rüdiger wurden von mir eingeladen. Schließlich stammte der Tipp ja auch von meinem guten Freund, da darf er auch mitfeiern.
Dort schlemmten wir so richtig genüsslich, der Wein wurde uns vom Sommelier empfohlen, das Menü war ausgezeichnet und bestand aus all den edlen Speisen, die uns sonst nicht auf den Tisch kommen. Ei, das hat der Mutter aber gut geschmeckt! Sie hatte schon immer ein Faible für die feine Küche, allein französisch kochen, das mochte sie nie tun: “Schuster bleib bei deinen Leisten!” das sagt sie gerne und kocht dann lieber bürgerlich, das aber ganz vorzüglich.
Umso mehr genoss sie nun den Hummer, den Trüffel, den Fisch, all die kleinen Leckereien, die uns nach und nach aufgetischt wurden. Und natürlich war sie der Ehrengast des Abends und wurde nach allen Regeln der Kunst hofiert.
Redlich müde, ganz leicht beschwipst und recht gesättigt waren wir als uns Rüdiger dann nach Hause chauffierte. Er selbst blieb tapfer und widerstand während des ganzen Abends den Versuchungen des Alkohols. Ganz lieb hat sich dann Mutter noch bedankt und meinte, das sei der schönste Abend seit langer, langer Zeit gewesen. Die Tränen standen ihr in den Augen, so gerührt war sie, die gute liebe Mutter. Das war für mich das Schönste des Abends!
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