Ferngesteuerte Flugzeuge

Geschrieben von am 22. Januar 2009 | Abgelegt unter

Ferngesteuerte FlugzeugeFerngesteuerte Flugzeuge, für mich das schönste Hobby der Welt! Ferngesteuert bedeutet hier, dass wir – die Piloten – unsere Flugzeuge per Funk aus der Ferne steuern. Obgleich das deutsche Wort „Fernsteuerung“ das trefflich erläutert, haben sich doch die Buchstaben „RC“ in den allgemeinen Sprachgebrauch eingebürgert. RC ist eine Abkürzung, die aus dem Englischen übernommen wurde. Sie steht für “Radio Controlled”. Das heißt nun nicht, dass uns ein Radio kontrolliert. “to control” bedeutet nämlich steuern und nicht kontrollieren. Wegen dieses leidigen Missverständnisses sind Menschen, die nichts Besseres gelernt haben und sich deshalb als Controller verdingen müssen, auch oft nicht so gut angesehen. Denn wer lässt sich schon gerne kontrollieren? Und als Radio wird im Englischen alles bezeichnet, was mit Funkwellen zu tun hat, nicht nur unser Rundfunkempfänger.  Wie das genau funktioniert wird hier erklärt: Fernsteuerung.

Die Fernsteuerung

Gar nicht leiden können wir Modellsportler das Wort „Fernbedienung“, welches gleichwohl von Laien so gerne benutzt wird. Eine solche Fernbedienung ist im Bereich der Unterhaltungselektronik (Fernsehgerät, Abspielgeräte, …)  durchaus angebracht, aber wir bedienen nicht unsere ferngesteuerten Flugzeuge oder  Modelle, sondern lenken Sie.  Sei es den Unwissenden zunächst verziehen, aber nach der Lektüre dieser Seite möchte ich es nicht mehr hören!

So gut wie alle Flugzeuge, groß wie klein, werden aerodynamisch, d.h. mittels beweglicher Klappen, gesteuert. Ausnahme hiervon sind nur die gewichtsgesteuerten Flieger, wie die Drachen oder besser Hängegleiter. Deren Piloteure und Aeronauten lehnen sich einfach in die gewünschte Flugrichtung.

Längsachse, Hochachse und Querachse

Ein Flugzeug, also auch ein RC-Modell, kann und soll sich um drei Achsen bewegen: die Längsachse, die geht von vorne bis hinten durch den Rumpf, die Hochachse, die zeigt senkrecht durch den Rumpf, und die Querachse, die geht von Flügelspitze zu Flügelspitze. Für jede Drehung um eine diese Achsen gibt es ein spezielles Ruder.

Fangen wir mit den einfachsten an: Für die Drehung um die Hochachse ist – meist – hinten am Seitenleitwerk das Seitenruder angebracht. Schlägt das aus, so erzeugt es eine Kraft, die das Modell um die Hochachse dreht. Diese Bewegung nennt man „Gieren“

Will man das Flugzeug um die Querachse drehen, so schlägt das Höhenruder aus. Das ist bei normalen Flugzeugen hinten am Höhenleitwerk angebracht. Bewegt man das Ruder nach oben (wir sagen dazu aus Tradition „ziehen“), wird am Höhenleitwerk Abtrieb erzeugt, das Flugzeug nimmt die Nase hoch. Schlägt das Ruder nach unten aus („drücken“) bewirkt das Auftrieb am Höhenleitwerk, die Nase des Modells geht nach unten. Drehungen um die Querachse bezeichnen wir als „Nicken“.

Für die Drehung um Längsachse haben wir – nein, besser unser Modell – an den Flügelenden Klappen, die gegensinnig ausschlagen:  die nach unten ausgeschlagene Klappe vergrößert den Auftrieb an diesem Flügelteil , die nach oben ausgeschlagene verringert den Auftrieb. Was kommt bei heraus? Eine Drehung um die Längsachse. Das schimpft sich „Rollen“.

Das war nun ungemein vereinfacht! Ganz ärgerlich, das mit dem Fliegen, weil sich all diese Dinge gegenseitig beeinflussen. Ein Gieren durch Seitenruder z.B. verursacht auch gerne ein Rollen. Mal gewünscht, mal nicht. Und ganz gefährlich ist das mit dem Nicken. Denn der Flügel erzeugt wenn er „genickt“ wird mehr Auftrieb, je mehr „Nicken“ desto mehr Auftrieb. Das geht aber nicht grenzenlos. Irgendwann bricht der Auftrieb zusammen, man sagt dazu der Flügel sei „überzogen“. Und dann ist Schluß mit lustig, es geht rapide Richtung Erdboden. Den überzogenen Flugzustand sollten wir tunlichst vermeiden. Insofern ist das Wort „Höhenruder“ irreführend. Es sorgt nicht für Höhengewinn, jedenfalls nicht nachhaltig. Piloten, die zu mutwillig am Höhenruder ziehen, fliegen oft die Figur Rauf-Kipprunter-Bumm. Wir haben es gut: im Modellflug ist das nur ärgerlich, im Großflug fatal.

Klappenarten am Flügel

Viele RC-Motormodelle haben darüber hinaus noch Landklappen. Das sind Klappen am Flügel, die nach unten ausgeschlagen den Auftrieb erhöhen. Damit kann das Modell dann sehr langsam gestartet und gelandet werden.

Flugzeug ferngesteuertRC-Segelflugmodelle sind auch häufig mit Wölbklappen ausgestattet. Die sind ähnlich den Landeklappen des Motormodells am Flügel angeschlagen und werden ganz wenig nach unten oder nach oben ausgeschlagen. Damit verändert man die Charakteristik des Flügels: das Modell wird entweder langsamer oder schneller ohne aber – wie bei Landeklappen – großartig mehr Widerstand aufzubauen. Dadurch wird das Segelflugmodell variabler und bekommt ein breiteres Einsatzspektrum.

Dann gibt es bei Seglern auch noch Brems- oder Störklappen. Die fahren meistens aus der Flügeloberseite aus und stemmen sich dem Luftstrom entgegen. Die sollen gar keinen Auftrieb erzeugen, sondern nur bremsen. Sie machen den Segler aerodynamisch schlechter, was die Landung erleichtert. Ohne diese Hilfsmittel würde man viele Segler gar nicht auf einem normal großen Flugplatz herunter bekommen. Sogar echte Bremsschirme kommen zum Einsatz. Häufig werden bei Modellen auch beide Querruder gleichsinnig nach oben ausgeschlagen. Das bremst auch ungemein und kann die Landung vereinfachen.

Ein Kommentar zu “Ferngesteuerte Flugzeuge”

  1. am 11. Dezember 2011 um 15:47 1.raphael schrieb …

    schrott

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