RC Modellbau Fernsteuerungen

Geschrieben von am 10. März 2010 | Abgelegt unter

Die Anforderungen an eine Fernsteuerung sind für Flugzeuge, Autos und Schiffe unterschiedlich. Schiffe und Funktionsmodelle wie z.B. Trucks oder Modelle von Baumaschinen brauchen viele Kanäle (sprich Steuerfunktionen), Rennwagen dagegen eine sehr feinfühlige Steuerung und Flugzeuge und Hubschrauber müssen gleichzeitig auf vielen Funktionen sensibel gesteuert werden. Daher möchte ich gerne die Unterschiede zwischen den einzelnen Typen der Fernsteuerungen erläutern.


RC Fernsteuerungen für Flugzeuge und Hubschrauber

Fernsteuerung für RC FlugzeugeFlugzeuge und Hubschrauber haben viele verschiedene Steuerfunktionen, welche immer gleichzeitig und koordiniert gesteuert werden müssen. Und dafür haben wir RC Modellbauer nur die Hände zur Verfügung, wohingegen “richtige” Piloten noch ihre Füße auf den Pedalen haben! Daher sind die Fernsteuerungen für Fluggeräte mit zwei Kreuzknüppeln, ganz ähnlich zu zwei Joysticks, ausgestattet. Damit werden beim Flieger Seiten-, Höhen- und Querruder sowie Motordrossel und beim Hubschrauber Roll, Pitch, Nick und Heckrotor gesteuert. Jede Hand an einem Knüppel, haben wir simultan alle Steuerfunktionen „im Griff“.

Doch damit nicht genug. Viele Flugmodelle haben auch noch jede Menge Sonderfunktionen wie Landeklappen oder Einziehfahrwerk oder Schleppkupplung. Diese Funktionen werden mit Schaltern oder Drehreglern angesteuert, die sich um die Knüppel herum verteilen.


Pult- oder Handsender?

Und nun kommt die Gretchenfrage: Pult- oder Handsender? Hier streiten sich die Geister. Ein Pultsender hängt an einem Gurt um den Hals (manche sind sogar mit einem richtigen Geschirr verzurrt) und der Pilot legt seine Arme auf dieses Pult und kann somit auch die Hände vom Sender nehmen und vom Knüppel auf einen Zusatzschalter umgreifen.

Ein Handsender hängt oft auch an einem Riemen um den Hals wird aber im Prinzip nur von den Händen des Piloten gehalten. Damit man die Knüppel nicht loslassen muss, um eine Sonderfunktion zu bedienen, sind die ganzen Zusatzschalter und Geber sehr ergonomisch und griffgünstig angeordnet: man kann alles erreichen, ohne die Hände von den Knüppeln zu nehmen. Das glauben viele Pultsender-Piloten nicht, ändern aber schnell ihre Meinung wenn sie das erste Mal einen Handsender benutzen. Nach einer kleinen Umgewöhnung kann man wirklich jeden Knopf und Schalter blind bedienen.

Nun, die einen Piloten schwören auf das Pult, die anderen auf den Handsender. In der Tat braucht es eine gewisse Gewöhnung, um vom Einem auf den Anderen zu wechseln. Ich darf das sagen, weil ich vor einiger Zeit auf Handsender umstieg. Steuern kann ich damit genau so exakt wie beim gewohnten Pultsender, aber der große Vorteil des Handsenders ist die Leichtigkeit des Seins! Ein Pultsender ist schwerer und zusätzlich liegen noch die Arme auf dem Pult. Und alles wird von unserem armen Nacken gehalten. Bei längeren Thermikflügen hatte ich mit dem Pultsender immer Nackenschmerzen wegen der dauernden Belastung. Das ist alles vorbei mit dem Handsender.

Technisch sind die meisten Hand- und Pultsender identisch. Die großen Hersteller packen ihre bewährte Technik einfach in unterschiedliche Gehäuse. Dazu kommt noch, dass seltsamerweise Pultsender nur in Mitteleuropa Usus sind. Der Rest der Welt fliegt Handsender. Aber ich spüre auch hierzulande einen Trend zum Handsender! Mein Tipp: Handsender, euer Nacken wird es euch danken!


Wann sind viele Funktionen
notwendig?

Bei Schiffen und Funktionsmodellen wie Trucks oder Baggern steht nur eins im Vordergrund: möglichst viele Funktionen! Somit gibt es für diese Gesellen spezielle Fernsteuerung, bei denen zum Beispiel der Gasknüppel zweigeteilt ist um zwei Schiffsschrauben getrennt zu regeln, ganz so wie bei einem “richtigen” Schiff. Und es gibt Zusatzmodule, die aus einem normalen Proportionalkanal viele kleine Kanäle zaubern. Das ist ganz toll um Funktionen wie Licht an/aus oder Soundmodule oder ähnliches anzusteuern, bei denen es oft nur um das Ein- und Ausschalten geht aber nicht um feinfühlige Steuerung. Mit solchen „Multi-Switch“ oder „Multi-Prop“-Bausteinen kann man bis zu 100 Funktionen und mehr steuern! Und wenn das immer noch nicht reicht: ich habe schon Modellkapitäne gesehen, die mit zwei Sendern ihr Schiff steuerten!

Wieder anders die Anforderungen, die Rennboote oder -autos an uns stellen. Die Anzahl der Kanäle ist hier recht unwichtig: 3 reichen für die allermeisten Fälle aus, Links-Rechts, Schnell-Langsam und eventuell noch eine Zusatzfunktion wie Gemischverstellung. Daher haben viele Fernsteuerungen für RC-Autos gerade einmal 3 Kanäle. Dafür geht hier bei den Renngefährten alles blitzschnell und die Lenkung der pfeilschnellen Geschosse ist hochsensibel. Deshalb haben sich hierfür die so genannten Pistolenfernsteuerungen durchgesetzt, Die haben für Gas und Bremse einen Abzug wie eine Pistole, der mit dem eingehakten Zeigefinger bedient wird. Zur Lenkung befindet sich an den Sendern dann ein richtiges kleines Lenkrad, das sehr feinfühlig gesteuert werden kann. Ich muss sagen, dass sich das Automodell damit viel sauberer und exakter steuern lässt, als mit einem Knüppelsender. Allerdings möchte ich umgekehrt kein Flugzeug mit einem Pistolensender steuern!


Computer-Fernsteuerungen

computergestuetzte FernsteuerungAbgesehen davon und der benutzten Frequenz unterschieden sich die Fernsteuerungen durch die Anzahl der Kanäle und die Ausstattung in Punkto Computer. Eine Computeranlage sollte es heutzutage schon sein, doch die damit möglichen Funktionen sind nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch dessen was ich denn wirklich brauche. Die einfachen Computer-Fernsteuerungen bieten grundlegende Dinge wie Servowegumkehr (damit „rechts“ am Sender auch „rechts“ am Modell wird) und Ruderwegbegrenzung (damit bei Steuerbewegungen nichts mechanisch anläuft) und einige wenige Modellspeicher, in denen jeweils die Einstellungen für ein spezielles Modell abgelegt werden können.

Dann wachsen die Funktionalitäten: mehr Speicherplätze für mehr Modelle, freie Mischer, mit denen Funktionen überlagert werden können, fertige Programme für Kunstflugmaschinen, Segler und Hubschrauber. Faustregel: Jede Zusatzfunktion der Software lassen sich die Hersteller natürlich bezahlen. Drum prüfe, was du jetzt und in den nächsten Jahre wirklich brauchst! Einerseits wäre es ärgerlich, ein tolles Modell nicht bauen zu können, weil die Fernsteuerung es nicht hergibt, andererseits aber genauso schlimm, wenn man viel Geld für Dinge ausgegeben hat, die man nicht benötigt. Dennoch mein Tipp: Lieber die Fernsteuerung eine Nummer größer kaufen, als sie heute nötig erschient. Glaubt mir, ihr und eure Modell wachsen hinein!

Ein Kommentar zu “RC Modellbau Fernsteuerungen”

  1. am 12. März 2010 um 19:08 1.Martin schrieb …

    Hallo Klaus,

    schön beschrieben, wo die Unterschiede bei den Fernsteuerungen so liegen. Ich vermisse aber die Flugzustände. Das ist doch gerade toll bei den Computersendern, daß man hier zwischen verschiedenen Zuständen mit unterschiedlichen Einstellungen umschalten kann.

    Ich nutze das sehr gerne bei meinen F3j-lern: eine Phase für den Start an der Winde, eine fürs Thermikschnüffeln, eine Speedstellung. Jede mit unterschiedlichen Trimmstellungen. Das ist schon cool…

    Aber nicht daß der Eindruck entsteht, das programmiert sich alles von alleine! Braucht schon gehörig Zeit, alle Einstellungen zu erfliegen!

    Mach´s gut, hoffe bald mehr zu lesen! Und zu sehen!

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