RC Modelle vor Wasser schützen
Geschrieben von Klaus am 17. Mai 2010 | Abgelegt unter Allgemein, Test & Tipps
Heute möchte ich euch gerne kundtun, wie wir unsere kostbaren RC-Modelle vor Nässe schützen können. Das passt ja auch ganz gut zum Wetter dieser Tage.
Die Elektronik – Das Herz unserer Modelle
Das Herz unserer Modelle ist die RC-Elektronik und Elektronik und Wasser sind nicht die besten Freunde. Aber auch die ganze Mechanik – ganz besonders bei den RC-Buggys – will gepflegt werden, bevor Feuchtigkeit, Schmutz und Metall zu einem Klumpen Rost verkommen. Mit Nässe haben wir in aller Regel bei RC-Booten und bei RC-Autos zu tun, speziell den Geländeautos. Aber auch unsere Wasserflugzeuge haben ihrer Natur nach damit zu kämpfen.
Holz und Wasser
Ganz zu Anfang das Thema Holz. Viele Wasserflugzeuge und Boote sind aus Holz gebaut. Hier hilft alles nichts, wenn wir nicht bereits beim Bau mit aller Sorgfalt die Holzteile vor Wasser geschützt haben. Das ist beim RC-Boot noch recht einfach, hier spielt das Gewicht keine so große Rolle wie beim RC-Flugzeug. Also können wir dort mit vielen Lack- oder gar Kunstharzschichten agieren. Beim Flugzeug wäre das zu schwer. Daher tritt hier Porenfüller (von Graupner) oder Parkettlack (von Clou) an. Schon im Rohbau vor dem Bespannen werden alle Holzteile leicht ein- oder zweimal damit eingestrichen. Das schützt – Hand aufs Herz – nicht hundertprozentig, aber bewahrt unser RC-Wasserflugzeug vor den größten Übeln.

Schutz für die RC Anlage
Jetzt die RC-Anlage. Dafür kann ich euch das Produkt “Wet-Protect” (gibt es direkt beim Hersteller oder z.B. bei Conrad) ans Herz legen, eine Art Öl aus der Sprühdose! Damit sprühe ich vor und nach jedem “Wassergang” alle Servos, den Empfänger und die Elektromotoren (!) ein. Dieses „Wet- Protect“ kriecht in allerfeinste Ritzen und schützt alles, was da so elektrisch ist, ganz famos vor Wasser. Das macht es so gut, dass die Servos und Motoren sogar unter Wasser funktionieren!
Aber Obacht: nicht die Regler unserer Elektromotoren damit behandeln! Denn die vertragen sich nicht damit und nehmen Schaden! Für die Kollegen Regler habe zwei Tipps parat: entweder dünnflüssiges Silikon oder “plastidip”.
Mit gutem Silikon (gut heißt säurefrei, kein Billigzeugs aus dem Baumarkt! Gutes gibt es z.B. bei Conrad)) vergiesse ich die Regler, damit kein Tröpfchen Wasser in sie eindringt. Hier gut auf die Ritzen und Kanten achten! Wasser findet nämlich immer seinen Weg…
Und das “Plastidip” habe ich neulich erst entdeckt. das ist ein flüssiger Gummi in der Dose. In diese Brühe tauche ich den Regler kurz ein und lasse die Schicht trocknen. Das wiederhole ich zwei, drei Male und habe ein komplett vergossenes Bauteil vor mir, dem Wasser gar nichts mehr anhaben kann. Das ist schon etwas ganz schlaues! Und das gibt es in den poppigsten Farben, wer wollte nicht schon immer einen knallroten Regler haben?
Schutz der Mechanik
Und nun zur Mechanik, gleich ob Wasserflugzeug, Boot oder Auto. Ganz wichtig ist, dass wir vor der Fahrt (vor dem Flug) alles, was sich dreht und bewegt, gut fetten. Prima hierfür ist Staufferfett oder Teflonfett, was wir im Werkzeughandel bekommen. Sehr gute Erfahrung habe ich auch mit dem Teflonfett von robbe gemacht, das kommt in einem praktischen Dosierspender mit Faltenbalg einher. “Molykote” oder „LM 47 Langzeitfett + MoS2“ von Liqui Moly oder ähnliches aus dem Autozubehör funktioniert auch ganz prächtig, besonders an schwer zugänglichen Stellen. Diese Art von Fetten sind nämlich zäh und bilden auch bei hoch belasteten Teilen wie Gelenkwellen oder Gleitbuchsen einen stabilen Schmierfilm und sind wasserabweisend.
Nach dem Einsatz unseres RC-Modells warten wir nicht bis der Dreck getrocknet ist, sondern spülen sofort unter klarem Wasser den ganzen Schmutz ab. Sand und Öl sind nämlich der Feind der Mechanik! Ich mache das in der Badewanne oder der Dusche. Ein alter Pinsel und eine Zahnbürste leisten hierbei gute Dienste. Und natürlich machen wir hernach das Bad auch wieder sauber, sonst gibt es zu recht Schelte von der Mutter. Und die Zahnbürste tunlichst nicht mehr zum Zähneputzen nehmen!
Dann wird alles ordentlich getrocknet: mit Tüchern, Wattestäbchen und dem Haartrockner. Damit warten wir aber auch nicht, sondern legen unser Gefährt sofort nach dem Duschen trocken. Anschließend sprühe ich alle mechanischen und elektrischen Komponenten leicht mit WD-40 ein. Das dringt unter das Wasser, was immer noch in den Ritzen sein wird, und verdrängt es, damit es keinen Kontakt zum Metall hat. WD steht nämlich für “Water Displacement”, zu Deutsch “Wasser Verdrängung”.
Aber Achtung: auch wenn das WD-40 sich ölig anfühlt, ein Schmiermittel ist es nicht! Daher werden jetzt alle beweglichen Teile (Gelenkwellen, Lagerbuchsen, Anlenkungen, Zahnräder) wieder mit dem erwähnten Stauffer- oder Teflonfett oder Molykote abgeschmiert.
Das ist alles einen Menge Arbeit, aber die Zeit dafür sollten wir uns nehmen, damit wir recht lange Freude an unseren RC-Modell haben werden!
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