RC Wasserflugzeuge liegen im Trend!
Kein Wunder, haben wir doch seit einigen Jahren solch leistungsfähige Elektroantriebe an der Hand. Wo früher mit Verbrennungsmotoren auf den meisten Gewässern das Wasserfliegen verboten war – aus gutem Grunde: wer möchte schon einen Ölfilm hinterlassen und diesen später im Trinkwasser wieder finden – eröffnen sich uns Modellfliegern nun ganz neue Fluggebiete. Dazu noch die moderne Schaumtechnologie, die die RC Modelle so ganz und gar unempfindlich gegen das Wasser macht. Früher musste das Holz versiegelt werden, heute braucht es das bei den Schaumstoffmodellen nicht mehr.


Meine Seabee
Ei, das Wasserfliegen macht selbst mit meinen kleinen aber feinen „Seabee“ einen Heidenspaß! Vor allem im Frühling und Sommer, wenn die Temperaturen wieder ein erträgliches Maß erreichen, fahre ich an den See , um dort vom Wasser zu starten und auf dem Wasser zu “landen”. Und wer die Szene etwas beobachtet, der merkt ganz schnell, dass immer mehr Treffen stattfinden, bei denen die Wasserflieger zusammenkommen, sei es nun um einen Pokal zu erringen oder nur aus Spaß an der Freud.

klaus-werkstatt-004Ich bin guter Hoffnung, dass ich Rüdiger einmal dazu bewegen kann, mit mir zu einem solchen Treffen zu fahren. Ihm ist das alles “zu öde” wie er sagt und er schaut am Baggersee lieber den Mädchen hinterher als den Modellen, aber das bekommen wir schon hin, gell Rüdiger?

Das Wasserfliegen ist für eine Landratte wie mich schon eine Umgewöhnung. Alleine die ungewohnte Umgebung sorgt bereits für neue Flugerlebnisse. Nicht die vertraute Flugwiese bildet den optischen Hintergrund, nein, die „Seabee“ zieht nun ihre Bahnen entlang den Rändern des Baggersees mit den steilen Ufern mit den Bäumen darauf. Das braucht schon redlich Übung, um sich daran zu gewöhnen.

Dazu kommt natürlich noch die andere Start- und Landebahn. Die ist zwar um soviel größer als die Flugwiese, aber doch so ganz anders. Denn Wasser ist kein Rasen! Ist der Start dann noch ganz einfach zu bewerkstelligen, so trennt sich bei der Wasserung die Spreu vom Weizen. Schnell passiert es mir immer wieder, dass ich nicht mit der gebotenen Sorgfalt den Landeanflug vornehme und meine treue „Seabee“ über die Wasseroberfläche springt. Aber nach zwei, drei Anflügen geht es dann immer besser. Und selbst wenn nicht: es passiert ja nicht viel! Und eine Badehose habe ich beim Wasserfliegen immer dabei!


Ruhiges Wetter ist optimal
Wichtig ist aber, dass wir uns bei den meist kleinen Schaumstoffmodellen mit Elektroantrieb einen möglichst ruhigen Tag zum Wasserfliegen aussuchen. Weder darf der Wind zu stark wehen noch das Wasser zu viele Wellen haben. Das mögen nämlich die kleinen Modelle bei Start und Wasserung gar nicht gerne. Deshalb bevorzuge ich auch die lauen Sommerabende. Wenn die Sonne noch nicht untergegangen aber der Wind schon schlafen gegangen ist, das sind die rechten Augenblicke für unvergessliche Wasserflüge.


Schwimmer vs. Flugboote
Grundsätzlich müssen wir unterscheiden zwischen Flugzeugen mit Schwimmern und Flugbooten. Erstere sind ganz normale Flugzeuge, die sich Schwimmer untergeschnallt haben, bei letztern ist der gesamte Rumpf der Schwimmer. Meine „Seabee“ ist z.B. ein Flugboot. Beide Auslegungen habe Vor- und Nachteile:

Vorteile

Schwimmer:
– sehr einfaches Anwassern, kaum Neigung zum Springen
– kann einfach auf Räder umgerüstet werden
– vorhanden Modell können blitzschnell umgerüstet werden

Flugboot:
– verträgt höhere Wellen
– mehrmotorige Modell sind einfach zu realisieren
– brauchen oft kein Wasserruder für das Manövrieren auf dem Wasser
– können ohne Probleme auch von/auf einer Wiese gestartet/gelandet werden

Nachteile

Schwimmer:
– tauchen bei höheren Wellen schnell ein, die Folge ist ein Kopfstand des Modells im Wasser

Flugboot:
– neigt eher zum Springen beim AnwassernIm Grunde ist es gleich, für was ihr euch entscheidet. Ich nenne euch einfach ein paar Modelle, die ganz hervorragend für den Einstieg in das Wasserfliegen geeignet sind.


Meine Modell-Empfehlungen:

robbe Seabee
Die robbe „Seabee“. Alles drin, alles dran! Fliegt ganz famos, nimmt auch höhere Wellen klaglos mit. Lässt sich auch ohne Wasserruder prima auf dem Wasser manövrieren. Hier gehts zur Modellvorstellung: robbe Seabee.

Hier nochmal ein Video von meiner Seabee. Zwar habe ich hier die Seabee nicht am See geflogen, aber dafür im weichen Schnee gelandet:


Multiplex Funcub.
Sehr stark motorisiert braucht sie kaum Startstrecke. Dank der Landeklappen kann sie extrem langsam aufgesetzt werden. Kann mit wenigen Handgriffen zum Landflugzeug umgerüstet werden. Braucht aber bei stärkerem Wind ein Wasserruder.

Albatros oder Catalina von PAF (Peter Alofs Flugmodelle)
Beides sind feine Maschinen, die aber nicht aus Schaum sind und daher etwas mehr Sorgfalt bei der Behandlung brauchen. Dafür sind es erprobte Flugboote, die auch mit kräftigeren Wellen gut zurecht kommen. Und sie brauchen kein Wasserruder, weil durch die getrennte Ansteuerung der Motoren eine sehr gute Wendigkeit auf dem Wasser gegeben ist. Allerdings kosten halt zwei Motoren auch ihr Geld.


2 Kommentare zu “Die Sonne ruft: auf zum See! – RC Wasserflugzeuge liegen im Trend”

  1. am 27. Juli 2013 um 09:48 1.Eggo Fuhrmann schrieb …

    sehr schöne Seite, angenehm informativ, gefällt mir.
    ich selbst habe meine ersten “Schwimmversuche” 1984 mit einem Carrera-Trainer und original Graupner “Taxi”-Schwimmern unternommen. Mit dem ausgelutschten Enya 35 war das ding aber doch etwas schlapp motorisiert. dazu kam die etwas zu klein geratene Stufe der alten Holz-Schwimmer, also – 80 meter waren da schon schnell weg…..;-)

    Später kam dann die Cessna Cardinal von Graupner mit Webra Speed 40 und Eigenbau-Schwimmern (“richtige” Stufe und Styro-Kern, 1 mm Balsa drum, unten GFK-verstärkt).
    Die Flugboote von PAF (Catalina und Albatross) hatte ich vor 10 Jahren auch mal, damals noch mit Speed 400 Bürsten-Motoren und 8x Sub C (gefühlt 2 Tonnen schwer…;-). jetzt aktuell Krick(Avio)-Cessna auf Brushless umgerüstet mit Eigenbau-Schwimmern. Diese Schwimmer haben eine Besonderheit: Der Schwimmer-Boden ist vorne flach und “entwickelt” sich zur Stufe hin dann als Kiel. Vorteil: Spritzwasser gelangt nicht in den Drehkreis des Propellers, auch bei kleinster Fahrt kommt die Nase des Modells sofort hoch, die Eintauch-Gefahr konnte minimiert werden, und dank der Kielung ist sie 1) recht spurstabil und 2) gelingt das Anwassern recht sanft.
    Ein traumhaftes Modell, tolle Flugeigenschaften und ein Super-Flugbild.
    Hier die ersten Versuche:

    http://www.youtube.com/watch?v=rPLzxHP2Q4o

    ….also, das macht schon Spass…insbesondere auch im Urlaub in Norwegen oder so…

    Viel Erfolg weiterhin !

  2. am 15. August 2013 um 09:28 2.Klaus schrieb …

    Hallo Eggo,

    sehr schönes Modell und vor allem eine sehr saubere und sanfte Landung auf dem Wasser.
    Sehr schön anzusehen.
    Ich wünsche Dir noch viel Spass mit deinem Flieger.

    Viele Grüße

    Klaus

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