Hallo liebe Kollegen!

Schaumwaffeln zum Essen?
Oft sprechen wir Modellflieger von “Schaumwaffeln” und wie viel Spaß wir damit haben. Nun, was meinen wir denn damit? Neulich fragte sogar meine liebe Mutter, warum denn Rüdiger und ich davon so häufig sprechen, ob sie uns vielleicht mal eine Packung davon beim Einholen mitbringen solle. Denn die Gute meinte, wir hätten in der Tat diese klebrigen Süßigkeiten zum Thema. Diese unangenehm süßen “Gebäckstücke”, bestehend aus zwei pappigen Industriewaffeln, die höchstens als Dämmstoff sinnvoll einzusetzen sind, zwischen denen sich aufgeschäumter Zucker mit Farbstoffen und weiteren Zutaten, die alle mit “E” beginnen und von der EU gelistet sind, befindet. Und manche Leute essen das gar! Nun, die sollten einmal das Gebäck meiner lieben Mutter versuchen, dann würden sie so etwas nicht mehr in sich hinein stopfen.


Modelle aus Schaumstoff
kleine-schaumwaffelDoch sei´s drum, wir Modellflieger verstehen unter “Schaumwaffel” ganz einfach Modelle, die nicht aus den klassischen Werkstoffen Holz oder Fiberglas bestehen, sondern aus Schaumstoffen erstellt sind. Und von diesen Schaumstoffen gibt es ganz viele unterschiedliche Typen und Sorten, alle mit ihren ureigenen Eigenschaften. Schon in der 1970er Jahren gab es fast fertige Flugmodelle aus Styropor, doch ihren Siegeszug traten die “Schaumwaffeln” erst an, als sich der Elektroflug mehr und mehr etablierte. Damals, in den 70ern, gab es halt nur Verbennermotoren. Und Sprit und Styropor waren und sind keine gute Mischung.


Die unterschiedlichen Schaumstoffarten
Doch lasst mich etwas über die verschiedenen Schäume sprechen. Ihr mögt mir verzeihen, wenn ich nicht die technisch exakten Bezeichnungen verwende, sondern nur die Namen, unter denen ich diese Schäume kenne.


Depron oder Selitron
Da wäre zunächst das Depron oder Selitron. Dieses Material wird in dünnen Platten geliefert: 3mm oder 6mm sind gängige Dicken. Ursprünglich nutzen es wohl Maler und Anstreicher, für was, weiß ich leider nicht. Pfiffiger Modellflieger fingen vor einigen Jahren an, daraus Modell zu bauen, zu Beginn hauptsächlich “Shockflyer” und sonstige Modelle mit Silhouettenrumpf und Brettprofil. Mittlerweile entstehen daraus aber auch “richtige” Flugmodelle. Geschickt eingesetzt sind diese Flugzeuge federleicht und fliegen deshalb auch meist ganz hervorragend. Bei auffrischenden Winden jedoch haben diese Modelle schnell ihre Grenzen ereicht, fliegen aber dafür in der Halle umso besser. Einen großen Nachteil haben aber leider die Depronmodelle: ohne Oberflächenbeschichtung mit zum Beispiel Papier sind sie sehr empfindlich und werden recht schnell unansehnlich. Und eine Härtung und Versiegelung der Oberfläche birgt wieder viel Gewicht in sich. Bearbeiten lässt sich Depron und Selitron ganz einfach mit einem scharfen Messer.


Roofmate
Dann gibt es noch Roofmate. Das ist recht schwer und dicht, dafür aber auch recht fest. Es lässt sich sägen, schleifen und feilen, weshalb es gerne für Formteile eingesetzt wird. Zum Beispiel auch bei Holzmodellen für die Rumpfnase oder Motorgondel, halt für Teile, die aus Platten (Holz oder Depron) nur schwer herzustellen sind. Ein ganzes Flugmodell daraus zu bauen ist keine gute Idee, weil es viel zu schwer wäre.


Styropor
Styropor kennt denke ich ein jeder. Daraus kann man schon prima Flugmodelle bauen. Jedoch gibt es große Unterschiede im Werkstoff: das ganz leicht geschäumte Styropor hält meist ohne verstärkende Maßnahmen wie Beplankung den Belastungen im Fluge nicht stand. Mit einer Holzbeplankung dagegen kann man die tollsten Flügel bauen! Aber manche Modelle werden auch in stählernen Formen direkt aus diesem Material geschäumt und fliegen auch ohne Verstärkung. Am leichtesten lässt sich Styropor mit einem “heißen Draht” bearbeiten. Das ist quasi eine Säge, die statt des Sägeblatts einen dünnen Draht hat, der elektrisch beheizt wird und sich so seinen Weg durch das Styropor bahnt.


Arcel, Elapor, EPP
Arcel, Elapor, EPP sind verschiedene Namen für – wie ich glaube – das (fast) gleiche Material. Und mit diesem “Zeugs” wurden die Schaumwaffeln erst zu dem, was sie heute sind! Man kann EPP auch mit dem heißen Draht schneiden, aber meist werden unsere Modelle in Stahlformen geschäumt. Zusammen mit clever konstruiert Plastikteilen oder manchmal auch hochfesten Carbonteilen werden daraus tolle Modelle, die gut fliegen und fast nicht kaputt zu bekommen sind. Es sei denn Rüdiger ist am Knüppel… Und das EPP hat noch einen großen Vorteil, es ist beständig gegen viele Klebstoffe und Lösungsmittel. Während sich Depron, Roofmate und Styropor bei Kontakt mit Nitroverdünnung oder Pattex auflösen, hält EPP tapfer stand.

Ich hoffe, ich habe ein wenig Licht ins Schaumwaffel-Dunklel gebracht, macht´s Gut!
Und danke Rüdiger für die witzige Bildcollage mit den Waffeln.


Hier ist übrigens meine Meine Lieblingsschaumwaffel:-) – Meine Seabee von robbe
meine-seabee-von-robbe


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