Hallo und Guten Tag liebe Freunde des RC-Segelflugs!

Für mich ist das mit Abstand schönste beim RC-Segelfliegen das Thermikfliegen, also das Suchen und natürlich auch finden von aufsteigender Luft, die unseren RC-Segelflieger mit nach oben nimmt. Wie ich feststellen musste habe ich zu diesem Thema sehr viel geschrieben, daher teile ich diesen kleinen Exkurs in zwei Teile auf.
Doch nun zum Thema: Wie entsteht solche Thermik und wo finden wir sie? In all meiner Bescheidenheit – es gibt bestimmt berufenere Münder – möchte ich euch gerne aus meinen Jahren an Erfahrung erzählen.

Thermik RC Modellflug

Vorab eine kleine Bemerkung: es gibt viele, viele Fachbücher aus der manntragenden Zunft, die sich mit dem Thema beschäftigen, doch leider passen die nicht für uns. Denn wo bei einem „Großen“ der Spaß erst losgeht – in einigen 100 Metern Höhe – ist für uns leider oft schon Schluss, weil wir die Modelle nicht mehr richtig sehen können. Und die Ausprägung der Thermik ist in geringen Flughöhen halt ganz anders als dicht unter den Wolken.


Was ist Thermik und wie entsteht sie?
Und was ist denn nun Thermik? So nennen wir eine aufsteigende Warmluftblase. Stellt euch einfach einen Heißluftballon vor: er steigt nach oben, weil die heiße Luft in seinem Inneren leichter ist als die ihn umgebende Luft, er schwimmt regelrecht der Sonne entgegen. Nun denkt euch die Hülle des Ballons weg und schon habt ihr eine Thermikblase vor euch.

Wir brauchen also einen Temperaturunterschied in der Luft, damit Thermik entsteht. Doch wie kommt es zu solchen Unterschieden? Nun, ganz einfach. Die liebe Sonne erwärmt nicht alles gleich. Legt einmal ein weißes und ein schwarzes Blatt Papier in die Sonne. Welches wird wärmer? Genau, das schwarze! Und so verhält es sich auch mit dem Erdboden. Dunkle Flächen werden im Laufe des Tages schneller warm als helle. Waldstücke oder Seen und Weiher bleiben länger kühl als Getreidefelder. Die Luft über diesen Flächen erwärmt sich also auch und irgendwann ist sie warm genug, sie löst sich als eine Art „Seifenblase“ vom Boden ab und steigt nach oben. So sprechen wir auch von „Ablösungen“ oder „Blasen“ und meinen stets die Thermik.

Thermik suchenGanz häufig braucht es aber nicht nur die unterschiedliche Erwärmung,um Thermik entstehen zu lassen, sondern auch einen Auslöser, einen „Einschalter“, der dafür sorgt, dass die erwärmte Luft genug hat vom erwärmt werden und ihren Weg nach oben sucht. Hier genügt oft der nette Bauer, der mit seinem Traktor über das Feld fährt oder ein leichter Windhauch, der über den Parkplatz weht und schwuppdiwupp steigt die Blase nach oben.


Wo und wann stehen denn die Chancen gut auf Thermik für Modellflieger?

  • Das Flugfeld sollte unterschiedlich strukturiert sein. Nur eine grüne Wiese soweit das Auge reicht, wird wenig ergiebig sein. Hier ein wenig Buschwerk, dort ein Getreidefeld, dort vielleicht sogar ein Parkplatz, das verspricht stark verschiedene Erwärmung.
  • Gute Kandidaten sind Getreidefelder, Asphaltflächen, sandige Böden.
  • Sehr gerne fliege ich an eicht geneigten Südhängen. Wenn die Sonne senkrecht auf diese Hänge trifft, dann erwärmen sich diese umso mehr. Ganz ausgeprägt ist dieser Effekt im Hochgebirge. Da war ich aber noch nie Fliegen, aber was ich so gehört und gesehen habe, muss das Segelfliegen dort etwas ganz besonderes sein. Aber hier spreche ich nur vom Flachland oder den schönen Mittelgebirgen.
  • Je höher wir mit unserem Modell fliegen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit auf gute Thermik. In 200 Metern Flughöhe über dem Boden müssen wir weniger suchen als in nur 50 Metern.
  • Das Wetter muss natürlich auch passen. Die Sonne sollte schon scheinen, doch ein strahlend blauer Himmel ganz ohne Wolken ist nicht der wahre Jakob. Denn erst die Wölkchen sorgen ab und an für genau die „Störung“, den „Auslöser“, der unsere Blase sich ablösen lässt. Ich habe noch nicht gesagt, dass die schönen Schäfchenwolken nichts anderes sind als Thermikblasen, die mittlerweile so hoch aufgestiegen sind, dass das Wasser in der Luft kondensiert. Viele schönen Thermik gibt es an den ersten sonnigen Tagen nach kräftigen Regengüssen.
  • Der Wind darf nicht zu stark wehen, sonst verweht es die Blasen und sie steigen nicht im Ganzen nach oben herauf, sondern in kleinen „Bläschen“, die wir nicht erwischen werden.
  • Frühmorgens gibt es noch wenig Thermik, wie sollte es auch, braucht es doch die Sonne um die Luft aufzuwärmen. Gegen Mittag oder früher Nachmittag ist dann der Höhepunkt der Thermikentwicklung erreicht. Gegen Abend wird es richtig schön, weil sich dann die Thermik quasi umkehrt. Die Flächen, die lange gebraucht haben um sich aufzuwärmen – Wald, See, Weiher – die geben nun am Abend, wenn die Sonne nicht mehr so doll scheint, ihre Wärme ab uns erzeugen großflächige und sehr sanfte Thermik. Alles, was ich oben gesagt habe, kehrt sich nun um. Die Flüge in der Abendthermik bei fast völliger Windstille gegen die untergehende Abendsonne sind mit das Schönste, an das ich mich so in meinem Modellfliegerleben erinnern kann.

Fortsetzung folgt…


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