Video: Der richtige Start eines RC Segelflugzeugs
Geschrieben von Klaus am 17. Juni 2010 | Abgelegt unter Allgemein
So, mein lieber RC-Freund. Hier ein weiteres Video zum Thema RC Segelflugzeug. Heute möchte ich euch zeigen, worauf beim einem richtigen Start zu achten ist. Also Film ab…
Ergänzend zum Video habe ich für euch noch ein paar Tipps und Hinweise zusammengestellt:
Wenn du also stolzer Besitzer eines RC-Segelflugzeuges bist und alles nach einem kurzen Check funktioniert, dann kannst du also den Start wagen. Zur Erinnerung: Vor dem Handstart erst nochmal alles prüfen!
- Stimmt der Schwerpunkt? Auch wenn das RC-Segelflugzeug schon oft geflogen ist, so kann es doch vorkommen, dass sich zum Beispiel der Akku bei der letzten Landung verschoben hat.
- Sind die Akkus voll? Nicht nur der Antriebsakku, sondern auch der Senderakku und der Empfängerakku falls vorhanden.
- Sind alle Ruderanlenkungen noch fest und in Ordnung? Vielleicht hat sich ja ein Schräubchen gelockert oder ein Draht ist gebrochen?
- Gehen alle Ruder in der richtigen Richtung? Nicht dass wir irgendetwas am Sender verstellt habe seit dem letzten Start.
Erst wenn alle diese Fragen mit einem zweifelsfreien JA beantwortet worden sind, gehen wir an den Start.
Unsere Flugwiese ist groß genug und wir sind sicher, dass wir dort auch starten dürfen? Gestartet wird immer (immer!) gegen den Wind. Für den Jungfernflug warten wir am besten einen Tag ab, an dem der Wind schwach weht. Windstärke Eins, maximal Zwei sind hier ratsam. Noch ein letzter Blick in die Startrichtung: keine Hindernisse im Weg? Keine Spaziergänger oder Hunde unterwegs?
Dann laufen wir langsam los, den Sender in der linken, den Segler in der rechten Hand, leicht über dem Kopf (Linkshänder bitte entsprechend andersherum). Jetzt werdet ihr merken, wie unser RC-Segelflugzeug in der Hand immer leichter wird je schneller wir laufen. Lasst es einmal ganz kurz – nur für eine Sekunde – aus der Hand und fangt es wieder auf. Ihr werdet sehen, es will ja schon fliegen! Falls ihr ein RC-Segelflugzeug mit Motor habt: der Motor bleibt erst einmal ausgeschaltet!
Dann könnt ihr das Modell mit einem leichten Schubs werfen. Aber nicht kurz vor dem Wurf stehenbleiben, sondern während des Laufes werfen. Wie oft habe ich schon RC-Piloten gesehen, die 50 Meter weit rennen, wie von der Tarantel gestochen. Dann bleiben sie stehen und werfen. Das bringt natürlich wenig. Meist reichen 5, 6 Schritte eiligen Laufes aus.
Die Tragflächen des Modells müssen beim Werfen horizontal liegen, nicht dass wir unser RC-Segelflugzeug schon in Schräglage starten. Die Nase des Modells muss leicht nach unten weisen, vielleicht auch horizontal, aber niemals nach oben! Denn wenn wir das Modell nach oben werfen täten, dann gibt es die Flugfigur „rauf-kipp-runter-bumm“! Das Modell würde schnell ein, zwei Meter nach oben steigen bis es keine Geschwindigkeit mehr hat. Dann würde es die Nase blitzschnell nach unten nehmen und ungespitzt zu Boden stürzen, was selten ohne Schaden abgeht.
Also aus dem Lauf heraus leicht nach unten werfen und das Modell beobachten: wenn alles richtig eingestellt ist, dann gleitet unser Segler in einer sanften Bahn dem Erdboden entgegen und setzt sich – ohne dass wir steuern müssen – sanft auf die Wiese. Glückwunsch!
Wenn es dagegen steil und unelegant herunterplumpst, dann kann das mehrere Gründe haben:
- Wir waren zu langsam oder der Wurf war zu sanft, das Modell hatte eine zu geringe Geschwindigkeit. Noch mal starten, nur diesmal schneller laufen und etwas fester werfen.
- Der Schwerpunkt liegt zu weit vorne. Wenn wir uns penibel an die Bauanleitung gehalten haben, dann dürfte das eigentlich bei erprobten Konstruktionen wie z.B. meiner lieben ASW15 nicht der Fall sein. Falls wir uns aber sicher sind, dass der Schwerpunkt nicht stimmt, dann verlegen wir ihn etwas (ein paar Millimeter) nach hinten, indem wir zum Beispiel den Akku etwas nach hinten verschieben oder etwas Blei am Heck anbringen. Oder etwas Blei aus der Nase nehmen, falls vorhanden.
- Das Höhenruder steht nicht neutral sondern etwas auf Tief (nach unten). Dann justieren wir das Gestänge etwas oder ändern die Servoneutrallage an unserem Sender.
Und wenn es dagegen steil nach oben geht, mit anschließendem Herunterfallen, dann gilt folgendes:
- Wir haben zu fest, zu schnell oder gar nach oben geworfen. Das Üben wir dann noch einmal.
- Der Schwerpunkt liegt zu weit hinten. Siehe oben, wir können ihn sacht nach vorne verlagern.
- Das Höhenruder steht auf Hoch, wir ändern leicht die Neutralstellung.
Egal was wir ändern, wir ändern immer nur in kleinen Schritten und niemals mehr als eine Sache gleichzeitig! Entweder den Schwerpunkt verschieben oder das Höhenruder justieren oder fester werfen! Durch mehrfaches Starten und Werfen tasten wir uns also langsam an den perfekten Gleitflug heran.
Ganz toll kann man sich das richtige Starten und die Zusammenhänge mit einem einfachen Gleitflugzeug beibringen. Leider sind diese tollen Gleiter wie der legendäre Kleine Uhu komplett aus der Mode gekommen. Dabei zeigen sie aber dem Anfänger ohne großen Aufwand, wie das alles funktioniert und wie man startet.
Nun, wenn wir also diesen gestreckten Gleitflug gut hinbekommen, dann können wir ganz mutig sein und einen Start mit laufendem Motor wagen! Jetzt wird der Vogel natürlich nicht dem Boden sondern dem Himmelszelt entgegen streben, das soll er ja auch! Und nun hilft auch kein Bangen und Hoffen mehr, jetzt müssen wir mit dem Sender steuernd eingreifen und endlich fliegen:-)
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