Was war das für ein wunderschönes Weihnachtsfest! Ich bin immer noch zu Tränen gerührt, wenn ich daran denke. Doch der Reihe nach…


Wie alles begann
Wie jedes Jahr haben Mutter und ich auch dieses Jahr wieder den guten Rüdiger zum Feste eingeladen. Der Heilige Abend gehört der Familie, der erste den Verwandten und der zweite Feiertag eben den Freuden. Und Rüdiger ist nunmal – bei all seinen charakterlichen Schwächen was die Wertschätzung angeht – doch ein lieber, treuer und zuverlässiger Freund! Und er freut sich immer auf das leckere Festmahl, das die liebe Mutter uns bereitet. Denn, ach leider muss ich sagen, ist Rüdiger´s Mutter nicht so sehr die Köchin, so ist der Gute häufig unser Gast, damit er auch gutes, leckeres und vor allem selbstgekochtes Essen bekommt.

Nun, diese Jahr gab es ein wahrlich traditionelles Essen: Gans mit Klößen! Und was hat die Mutter wieder gezaubert: die Gans kam vom Bauern “um die Ecke”, nicht tiefgefroren, und war gefüllt mit Äpfeln und Maronen und ich weiß nicht was, das bliebt Mutter´s Geheimnis! Und die Klöße bereitet die Gute natürlich selbst zu, auch wenn es ihr wegen ihres Alters von jahr zu Jahr schwerer fällt. Ich helfe ihr da immer gerne. Allein wenn ich an die Soße denke, bekomme ich wieder Appetit beim Schreiben diese Zeilen. Jedenfalls schmeckt es ganz sicher nirgendwo so gut wie bei Mutter!


Da saß ich nun allein am Tisch…
Da saßen wir nun an der Tafel, müde und satt, die Gans, das arme Tier, war nur mehr ein Gerippe. Was Wunder, wenn drei hungrige Mäuler über sie herfallen. Plötzlich sagte Rüdiger er müsse nochmal an sein Auto – gut dachte ich, holt er seine Sachen heraus, schließlich bleibt er ja über Nacht bei uns. Und Mutter verzog sich auch klammheimlich, da saß ich nun allein am Tisch.

Doch mit einem Male ging die Türe auf und Mutter und Rüdiger stürmten gemeinsam in die gute Stube und hatten ein große Bündel Geschenke dabei! Und was soll ich euch sagen, es waren alles Überraschungen für mich. Nein, was war ich gerührt.

Mutter machte mir gleich zwei große Freuden: ein Paar lange Unterhosen (die guten, aus Angorawolle!) und den Pullover, den ich neulich beim Stadtbummel so hübsch fand. Ach, die liebe Mutter, die merkt sich ganz genau, wenn mir etwas gefällt – wie der Pullover – oder etwas fehlt – wie die langen Unterhosen, denn neulich kam ich von der Flugwiese nach Hause und beklagte mich, dass meine Beine so kalt waren ob der Fahrt mit dem Mofa.


Meine ASW 15

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Jedoch das war noch nicht alles, denn Rüdiger überreichte mir ein großes Paket. Und was war darin: eine neue ASW15! Ich hatte wahrlich Tränen in den Augen. Vermisste ich doch gar sehr dieses treue Modell, mit dem ich so schöne Stunden auf der Flugwiese verbrachte und das Rüdiger in seinem Übermut im Motorradschlepp zerstört hatte. Ich habe eine neue ASW15, meine Freunde!

Das war damals passiert:

Ein gar schlechtes Gewissen hatte ich dann aber doch, allein schon wegen des Geldes. “Rüdiger, ” sagte ich “du kannst mir doch nicht einfach ein neues Flugmodell schenken! Das kostet doch viel Geld!” “Ach hör auf!” war seine lachende Antwort “Das macht mir Spaß! Ich hab deine alte ASW ja auch kaputt gemacht. Hat Spaß gemacht und war lustig, aber ich kann dich nicht leiden sehen. Außerdem hat deine Mutter ja auch etwas dabei getan, da musste ich nicht so tief in die Tasche greifen. Und hey, für meinen alten Fluglehrer und Kumpel ist das Beste gerade gut genug!” Sagt selbst, ist das nicht schön wenn man nicht nur eine solche Mutter hat, sondern auch noch treue Freunde, die einem gerne eine freudige Überraschungen bereiten?


Im Frühjahr gehts los
Nun sitze ich hier reich beschenkt vor dem Computer und freue mich auf das Frühjahr, um endlich wieder mit der guten ASW15 Nummer 2 in der Thermik meine Kreise zu ziehen und mit den Bussarden zu spielen. Freunde, ich mag den Winter gerne mit all seiner Gemütlichkeit, aber kann es kaum erwarten, bis die Sonne wieder scheint und ich die ASW15 fliegen kann!

Und ich schwöre euch bei allem, was mir heilig ist, mit dieser ASW15 mache ich keine verwegenen Versuche mehr! Kein Schlepp mit dem Motorrad, keine wilden Flugmanöver, kein Hokus-Pokus, mag Rüdiger auch noch so sehr betteln. Diese ASW15 soll mir noch lange Jahre Freude bereiten.

Und selbstverständlich werde ich euch hier an dieser Stelle vom Erstflug berichten! Denn der erst Flug ist immer das Spannendste am ganzen Fliegerleben und daran möchte ich euch gerne teilhaben lassen.

Glückliche und gerührte Grüße sendet euch

Klaus

PS:  Sobald Rüdiger mir seine Bilder vorbei bringt, werde ich auch ein Bild meiner neuen ASW hier einstellen.



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