Liebe Leser,

in den heutigen Zeiten von ARF oder RTF stellt sich die Frage nach der richtigen Motorisierung des Modells ja nur noch selten. Dennoch kommt es oft vor, dass man überlegen muss, welchen Motor dann man nun in das schöne Modell einbaut. Zum Beispiel wenn man überlegt, das alte und liebgewonnene Verbrennermodell nun auf einen Elektromotor umzurüsten.

Doch was tun, um den rechten Antrieb zu finden? Hier ein paar Tipps:

Regel 1: Herstellerempfehlungen

Oft haben die Hersteller sehr gute Empfehlung bezüglich des Antriebs parat. Nach denen kann man sich meist gut richten.

Regel 2: Kollegen

Fragt doch einmal eure Kollegen – auch im Internet – ob sie Erfahrungen mit genau diesem euren Modell haben. Denn warum das Rad noch einmal neu erfinden?

Regel 3: Rechnen
Als Faustregel kann man hier ansetzen:
ab 100-150 Watt Eingangsleistung pro Kilogramm Fluggewicht haben wir die minimale Motorleistung für unproblematischen Handstart zum Beispiel bei Motorseglern.
150-250 Watt  Eingangsleistung pro Kilogramm Fluggewicht sorgen dann für ein lebendiges Flugverhalten und
250-350 Watt  Eingangsleistung pro Kilogramm Fluggewicht sind schon ordentlich für klassischen Kunstflug
ab 400  Watt Eingangsleistung pro Kilogramm Fluggewicht geht es dann aus allen Lebenslagen senkrecht nach oben. Das ist dann auch gut genug für 3D Kunstflug.

Um nun den passenden Motor zu finden, möchte ich euch das Werkzeug “Drivecalc” ans Herz legen.
Das gibt es im kostenfrei Internet und damit kann man wunderbar verschieden Propeller, Akkus und Motoren miteinander kombinieren, um “seinen” Antrieb zu finden.

Das nette Progrämmchen gibt es hier:
www.drivecalc.de


Viele Grüße und viel Spass beim Ausprobieren

Klaus



2 Kommentare zu “Wie bestimme ich die korrekte Motorleistung?”

  1. am 16. August 2012 um 11:42 1.Thorsten Born schrieb …

    Hallo Klaus,

    vielleicht noch ein Tip von mir. Wenn es von dem Modell ein Original gab, dann mal einen Blick nach Wikipedia werfen und dort Startgewicht und Motorleistung (kW!) notieren.Die Motorleistung des Originals auf das zu erwatende Startgewicht des Modells umrechnen und etwas Reserve dazurechnen.

    Hier zwei Beispiele: Die stärksten und schnellsten jemals gebauten Propellerflugzeuge stammen aus dem zweiten Weltkrieg. Die Mustang P51H steht mit ca. 5000kg und 2220PS (1633kW) und 784 km/H bei Wiki. Wirklich imposant!? Auf 1KG umgerechnet sind das aber mal so gerade eben 327 Watt. Ein Modell von etwa 1,6 bis 1,8 meter Spannweite mit 5KG Gewicht würde also etwa 1,8kW Leistung benötigen.

    Hier das andere Beispiel: Miles Sparrowhawk. Ein Rennflugzeug der 30 er Jahre. Rennflugzeug bedeutet nicht: alles was geht. Es bedeutet: alles was geht in Bezug auf die 30 er Jahre. Das sah dann so aus:
    Höchstgeschwindigkeit 290 Km/h, Leistung 147PS (108kW),Gewicht 1750 lb (794Kg). Jetzt die Umrechnung auf 1kg: 136 Watt/kg Flugzeug. Überrascht? Das Modell mit dieser Leistung fliegen zu wollen, wäre Originalgetreu bzw. meiner Meinung nach Hardcore. Aber es würde gehen. Das Original sollte ein Rennen fliegen welches immer nur gerade aus ging. Es war ein Reiseflugzeug. Es war nicht auf Super Steigen oder für Kunstflug ausgelegt. Diese Konfiguration würde nur den wenigsten von uns Gefallen. Es wäre Langweilig.
    Mit 200 Watt/kg Modell Sparrowhawk hätten wir aber schon Spaß daran und Bodenstarts sollten Vorbildgetreu vom Rasen aus gehen. Ein 5Kg Modell mit 2metern bis 2,2 metern Spannweite wäre also mit ca 1000 Watt zu motorisieren. Es würde nicht senkrecht gehen und auch keine Mustang, Spitfire oder ähnliches überholen können, aber es würde fliegen wie das Original.

    Vielleicht habe ich ja dem einen oder anderen eine Hilfestellung oder auch nur Denkanstoß geben können, nicht alles zu glauben was in Modellkatalogen geschrieben steht, oder von Kollegen so von sich gegeben wird.

    Rüdiger wäre übrigens die o. a. Mustang noch zu lahm.
    Während Klaus sich über die Sparrow Hawk einen Wolf freuen würde.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thorsten Born

    P.S.: Schön daß Rüdiger und Du wieder zusammengefunden haben. Rüdiger scheint tatsächlich “Erwachsener” geworden zu sein. Und seine Überraschung mit dem Besuch bei robbe war doch wohl der Überflieger.

  2. am 20. August 2012 um 10:09 2.Klaus schrieb …

    Lieber Thorsten,

    ja, das ist ein sehr interessanter Ansatz, um die benötigte Leistung zu ermitteln. Im Endeffekt kommt tatsächlich so etwas wie die alte Faustrgel heraus. Auch bei dem Mustang-Beispiel: 327 Watt pro Kilo ist eine sehr, sehr gute Motorisierung, mit der man – wenn man mit dem Gasknüppel redlich umgehen kann – eine 1,8m Mustang sehr originalgetreu fliegen kann. Denn was beim Original auch der “Schwung” macht, müssen wir im Modellflug mit viel Schub erreichen. Ich meine damit, dass eine Originalmaschine ob der besseren Aerodynamik (Stichwort Reynoldszahl) sehr viel besser mit potentieller und kinetischer Energie spielen kann als wir es vermögen. Das beste Beispiel hierfür ist Segelkunstflug: wenn eine Originalmaschine einfach durchzieht, ist bei uns “die Luft schnell raus”. Deswegen brauchen usnere Modell umegerechnet tatsächlich mehr Leistung, um ein ähnliches FLugbild zu erzielen.

    Ach, und diese hübsche Sparrow Hawk. Ei, mit 136 Watt / kg würde sie mir tatsächlich gefallen! Rüdiger sicher nicht, das stimmt. Aber wir müsssen auch daran denken, dass wir Modellflieger sehr viel mehr Leistung für den Start benötigem als es die großen Brüder tun. Unsere Pisten sind nämlich so schlecht… Das wäre, als würde eine Mustang von einem frisch gepflügten Acker starten.

    Und im übrigen ist das alles eine Frage dess Geschmacks, gell? Der eine fliegt eher wie Rüdiger, der andere wie ich :-)

    Trotzdem ist das eine ganz tolle Idee, um zumindest einen Anhaltswert für die zu installierende Leistung bei vorbildähnlichen Modellen zu bekommen, Danke für die Idee!

    Liebe Grüße

    Klaus

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.